Umweltkiller

Avocados: Lecker mit bitterem Beigeschmack

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Die leckere Frucht des Avocado-Baums stammt ursprünglich aus Mexiko und hat es in den vergangenen Jahren zum Trendfood schlechthin in europäischen Haushalten geschafft. Dabei bringt die grüne Beere auch einige Probleme mit sich.
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Sie hat einen nussig-süßlichen Geschmack und eine butterweiche Konsistenz, weshalb die Avocado im Deutschen auch als Butterfrucht bzw. Butterbirne bezeichnet wird. Noch dazu hat sie einen recht milden Geschmack und lässt sich aufgrund dessen mit einer Vielfalt an Aromen kombinieren. Sei es nun als Guacamole-Dip, als einfacher Brotaufstrich, als Zugabe im Salat, in Form von Sushi oder im Smoothie: Die Welt liebt Avocados und die Nachfrage steigt rasant an. In Österreich beispielsweise hat sich die Importmenge an Avocados in nicht einmal 10 Jahren vervierfacht. Während im Jahr 2008 fast 2 Millionen Kilogramm Avocados importiert wurden, waren es 2017 bereits über 8 Millionen Kilogramm.

Der Avocado-Boom hat gute Gründe: Die Frucht ist nicht nur lecker, sondern auch eine wahre Nährstoffbombe. Sie ist reich an gesunden ungesättigten Fettsäuren und ist eine gute Quelle für Folsäure, für Kalium sowie für die Vitamine K, A und E. Nichtsdestotrotz haben Avocados einen bitteren Beigeschmack, denn die Früchte haben ihre Schattenseiten.

Die Umwelt

Der hohe Wasserverbrauch

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Avocado-Bäume benötigen sehr viel Wasser. Um es genauer zu sagen: Für 3 Früchte (das entspricht in etwa 1 Kilogramm) werden 1.000 Liter Wasser benötigt. Zwar ist der Wasserverbrauch in Relation zu tierischen Lebensmitteln wesentlich geringer, vergleicht man den Wasserverbrauch jedoch mit heimischen Früchten, fällt der Wasserverbrauch für Avocados dennoch hoch aus. So werden für 1 Kilogramm Erdbeeren nur 280 Liter und für Äpfel 700 Liter Wasser benötigt. Man beachte auch, dass bei letzteren keine langen Transportwege notwendig sind. Hinzu kommt, dass Avocados oft in Regionen angebaut werden, die ohnehin schon von Wasserknappheit betroffen sind. In der Provinz Petorca, dem Zentrum der Avocadoproduktion in Chile, werden ganze Flüsse ausgetrocknet, während die Bevölkerung mit Wassertankwagen versorgt werden muss.

Die langen Transportwege

Der mit Abstand größte Avocadoproduzent ist Mexiko. An zweiter Stelle steht die Dominikanische Republik, dicht gefolgt von Peru. Avocados mögen es warm und werden dementsprechend nicht bei uns um die Ecke produziert. Damit einhergehend ist der hohe CO2-Verbrauch durch die Verschiffung und den anschließenden LKW-Transport. Während des Transports werden die Früchte in Kühlboxen gelagert, was den Energieverbrauch weiter anhebt.

Der Einsatz von Pestiziden

Aufgrund der hohen Nachfrage sehen sich Produzenten dazu gezwungen, Anbauflächen zu vergrößern und Pestizide im hohen Maß einzusetzen. Dieser Einsatz in sogenannten Monokulturen führt überdies zur Verschmutzung des Trinkwassers in den betroffenen Gebieten.

Zwar ist der Einsatz von Pestiziden bei Gemüse und Obst normal, aber gerade bei der Avocado vergisst man gerne, die Schale vor dem Verzehr abzuwaschen. Denn beim Aufschneiden mit dem Messer können Bakterien und Pestizide in das Fruchtfleisch gelangen, was ein Gesundheitsrisiko für Menschen darstellen kann. Am besten Sie waschen vor dem Einschneiden die Schale mit kaltem oder lauwarmem Wasser ab.

Die kriminelle Organisation

In Mexiko wird die Avocado auch als "grünes Gold" betitelt. Denn die Frucht hat der Bevölkerung ein vorher nie dagewesenes Vermögen verschafft. Damit haben die mexikanischen Bauern auch Kriminelle auf den Plan gerufen. Kartelle erpressen Schutzgeld, entführen Bauern und im schlimmsten Fall wird den rechtmäßigen Grundbesitzern unter Anwendung von Gewalt das Land weggenommen. Insbesondere im Bundesstaat Michoacán in Mexiko, wo 40 Prozent der weltweit angebauten Avocados wachsen, hat sich die einst ruhige Gegend in ein Kriegsschauplatz gewandelt.

Die illegale Waldrodung

Da die Nachfrage rasant steigt, werden in Mexiko pro Jahr 1.500 bis 4.000 Hektar Wald gerodet, um Platz für Avocados zu schaffen. Dies geschieht oft auf illegale Weise oder es wird ein Waldbrand verursacht. Oftmals sind hierbei Bauern, Kartelle und Regierung gleichermaßen beteiligt.

Avocados nachhaltig kaufen

Avocados sind nicht böse. Wie alle anderen Lebensmittel hinterlassen auch sie einen ökologischen Fußabdruck. Wichtig ist, als Konsument bewusste Kaufentscheidungen zu treffen und Lebensmittel aus weit entfernten Ländern nicht zum alltäglichen Begleiter zu machen, sondern sie als gelegentlichen Genuss zu sehen. Hier einige Tipps, wie sie Avocados nachhaltig kaufen können:

  • Bevorzugen Sie Bio-Avocados. Bei ihrer Produktion werden weniger Pestizide verwendet, was dem Boden und dem Wasser zugutekommt.
  • Auch in Südspanien werden Avocados angebaut. Die spanischen Avocados werden mit dem LKW transportiert. Ein Plus für die Öko-Bilanz.
  • Informieren Sie sich über die Produzenten.