In London
Starkoch Gordon Ramsay fordert absurde Trinkgeldgebühr
06.05.2026Gordon Ramsay sorgt mit einer neuen Servicegebühr in seinem Londoner Restaurant aktuell für heftige Diskussionen. Viele Gäste sprechen bereits von einer versteckten Zusatzsteuer.
Ein Dinner im Luxusrestaurant sollte eigentlich Lust auf den ersten Gang machen - im Fall von Gordon Ramsays Restaurant sorgt aktuell aber etwas ganz anderes für Gesprächsstoff: die Rechnung. Denn im Londoner Edelrestaurant Lucky Cat wurde die verpflichtende Servicegebühr Berichten zufolge auf stolze 20 Prozent angehoben. Für viele Gäste ein echter Schock. Schließlich liegt der übliche Aufschlag in Großbritannien normalerweise eher bei rund 12,5 Prozent.
Trinkgeld oder versteckte Zusatzkosten?
Kritiker:innen werfen dem Konzept vor, dass Trinkgeld damit immer weniger freiwillige Anerkennung und immer mehr eine Art versteckte Zusatzgebühr wird. Das britische Magazin "The Spectator" sieht darin sogar ein grundsätzliches Problem der modernen Gastrobranche: Restaurants würden ihre Personalkosten zunehmend indirekt auf die Gäste übertragen. Denn anders als in den USA galt in Europa lange ein anderes Prinzip: Trinkgeld war eine nette Geste und die Höhe lag im Ermessen des Gastes.
Warum Restaurants überhaupt auf Trinkgeld angewiesen sind
Gleichzeitig sagen viele Stimmen aus der Branche aber auch: Ganz so einfach ist die Debatte nicht. Denn für viele Mitarbeiter:innen in der Gastronomie ist Trinkgeld längst ein fest eingeplanter Bestandteil des Einkommens. Ohne diese zusätzlichen Einnahmen müssten Restaurants ihre offiziellen Löhne deutlich erhöhen und das würde sich direkt auf die Preise auswirken. Schätzungen zufolge könnten Menüs sonst schnell um 30 bis 40 Euro teurer werden. Trinkgeld hilft also dabei, Restaurantbesuche für viele Menschen überhaupt noch bezahlbar zu halten. Das Problem daran: Für Angestellte hat dieses Modell Nachteile. Denn Trinkgelder fließen oft nicht vollständig in Rentenansprüche oder Sozialleistungen ein.
Wird Essen gehen zum Luxus?
Genau hier beginnt die eigentliche Diskussion. Denn ein verpflichtender 20-Prozent-Aufschlag könnte langfristig dafür sorgen, dass Restaurantbesuche immer stärker zum Luxus für Wohlhabende werden. Und viele fragen sich inzwischen auch: Geht es beim Essen gehen überhaupt noch um Gastfreundschaft oder längst nur noch um ein System, das wirtschaftlich irgendwie funktionieren muss? Fest steht jedenfalls: Ramsays neue Regel dürfte nicht nur in London für Diskussionen sorgen.