Corona-Hotspots

Inzidenz über 400: Diese Bezirke könnten jetzt abgeriegelt werden

© APA/EXPA/MARTIN HUBER (Archivbild)
Ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 400 soll es verplfichtende Ausreisetests geben.
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Für Bezirke mit einer besonders hohen Infektionszahl soll es künftig automatische Verschärfungen geben. Diesen am Montag angedeuteten Plan hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) später konkretisiert. Demnach soll die Ausreise aus den betroffenen Bezirken ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 400 nur noch mit einem negativen Testergebnis möglich sein.

Corona-Hotspots

Konkret betroffen davon wären aktuell die Bezirke Hermagor (der bereits abgeriegelt wird), Sankt Johann im Pongau und Wiener Neustadt. Aber auch in Waidhofen an der Thaya, Lienz, Mistelbach und Jennersdorf stiegen die Corona-Zahlen zuletzt rasant an.

Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen Hermagor 654 Sankt Johann 512 Wiener Neustadt 480 Waidhofen/Thaya 362 Lienz 334 Mistelbach 306 Jennersdorf 304 Braunau 287 Wiener Neustadt (Land) 282 Baden 280

Für den Kärntner Bezirk Hermagor werden ab Dienstag Ausreisekontrollen eingeführt. Das sagte Bezirkshauptmann Heinz Pansi am Donnerstag nach Verhandlungen mit der Landesregierung, Bundesheer und Polizei. Der Bezirk verzeichnete in den vergangenen Wochen sehr hohe Ansteckungszahlen. Die britische Virus-Mutation war laut Behördenangaben weit verbreitet, von 80 Prozent der registrierten Fälle war die Rede. Laut AGES-Dashboard lag die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz bei 670.

An sieben Checkpoints werde die Polizei ab Dienstag zwischen 5.00 und 21.00 Uhr die für die Ausfahrt nötigen negativen Coronatests (maximal 48 Stunden alt) kontrollieren, kündigte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) gegenüber Journalisten an. Der Nachweis einer überstandenen Covid-19-Infektion innerhalb der vergangenen sechs Monate werde ebenso für eine Ausreise akzeptiert. In den Nachtstunden gelten die Ausgangssperren, es soll in dieser Zeit Streifentätigkeit für die Kontrollen geben.

Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) hat in einem Schreiben an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auch auf dessen Forderung nach einem strikteren Nachverfolgen von Kontaktpersonen reagiert. Das Contact Tracing in der Stadt sei "trotz der hohen Fallzahlen tagesaktuell", stellte er u.a. unter Hinweis darauf fest, dass das Personal im Gesundheitsamt von sechs auf 47 Mitarbeiter aufgestockt worden sei.

"Wir haben seit Anbeginn alle Maßnahmen der Bundesregierung auf Punkt und Beistrich übererfüllt", betonte Schneeberger. "Wir testen in 16 Teststraßen. Zählt man die Apotheken dazu, testen wir zwischen 12.000 und 13.000 Personen pro Woche, täglich außer Sonntag. Seit dem 27. Jänner haben wir bereits über 43.000 Tests durchgeführt."

Ausdrücklich betonte Schneeberger, "dass das lückenlose Contact Tracing aktuell nicht am fehlenden Personal scheitert", sondern viel mehr am "Umstand, dass die Auskunftsbereitschaft der Covid-positiven Personen stark nachgelassen hat". Dies sei "wohl darin begründet, dass durch die nicht geöffnete Gastronomie Treffen im Privatbereich stattfinden und sich niemand durch Aussagen strafbar machen möchte".

Zur möglichen Abriegelung von bzw. Ausreisetests für Wiener Neustadt aufgrund der hohen Sieben-Tages-Inzidenz hielt Schneeberger am Freitag zu Mittag fest, "nach wie vor keinen Erlass aus dem Gesundheitsministeriums über die weitere Vorgangsweise" in Händen zu halten. Er könne für die Stadt daher "insoweit Entwarnung geben, dass es weder über das Wochenende noch Anfang der nächsten Woche derartige Maßnahmen geben wird". Ein Inkrafttreten sei aufgrund der rechtlichen und organisatorischen Vorlaufzeit vor Mitte bzw. Ende nächster Woche ausgeschlossen. An die Bevölkerung appellierte der Bürgermeister einmal mehr, "das ausgebaute Testangebot der Stadt in Anspruch zu nehmen und auch alle anderen Vorgaben wie Abstand halten und Sozialkontakte minimieren einzuhalten".