Neue Erkenntnisse

Studie zeigt, warum Kinder milder an Corona erkranken

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Bereits am Anfang der Pandemie fiel Forschen auf, dass sich Kinder zwar  ähnlich oft mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anstecken, aber weit seltener daran erkranken.
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Bei Kindern verläuft eine Corona-Infektion meist symptomlos oder mild und nur in seltenen Fällen tritt einige Wochen nach der Ansteckung eine schwere systemische Entzündung auf (das Pädiatrische Inflammatorische Multiorgan-Syndrom (PIMS)). Auch Long Covid kommt bei Kinder seltener vor als bei Erwachsenen. Aber warum ist das so?

Die Ursache dafür, dass Kinder und Jugendliche nur leicht an Corona erkranken und schwere Verläufe bei ihnen so gut wie gar nicht vorkommen, hat jetzt ein Forscherteam des "Berlin Institute of Health in der Charité" (BIH), der Charité –Universitätsmedizin Berlin, des Universitätsklinikums in Leipzig, sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, herausgefunden. Die neue Studie wurde im Fachmagazin "Nature Biotechnology" veröffentlicht. 268 745 Zellen von 42 Kindern und 44 Erwachsenen wurden für diese Untersuchung analysiert.

Besser vorbereitet

Der Grund, warum Kinder meist nur mild oder gar nicht an Corona erkranken, ist, dass ihre oberen Atemwege sind besser gegen das Coronavirus und andere virale Erreger gewappnet als bei Erwachsenen. Schon vor der Infektion patrouillieren mehr und aktivere Immunzellen in den Schleimhäuten von Nase und Rachen. Die Schleimhautzellen tragen zudem Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, die Viren früh erkennen und Alarm schlagen. "Wir haben herausgefunden, dass bei Kindern die Nasenschleimhautzellen viel wachsamer sind, schon bevor das Virus überhaupt in die Nase eindringt", sagt Irina Lehmann, Leiterin der AG Molekulare Epidemiologie am BIH.

Die Forscher beschreiben den Mechanismus so: Das Erbgut des Virus muss beim Eindringen in den Körper von der menschlichen Zelle als fremd erkannt und unter anderem der Botenstoff Interferon ausgeschüttet werden, der eine Immunantwort auslöst. Mustererkennungsrezeptoren sind dafür zuständig um das Virus als solches zu erkennen. Bei einer Infektion mit Covid-19 überrumpelt das Virus in der Regel die Zelle und das Frühwarnsystem schaltet sich nicht rechtzeitig ein, um die Vermehrung der Viren zu verhindern.

Das Frühwarnsystem im Immunsystem bei kindlichen Zellen ist wesentlich stärker ausgeprägt und die Interferon-Ausschüttung größer. Bevor es also zur massiven Erreger-Vermehrung kommen kann, erkenne die Zellen die Gefahr viel früher und der Körper bekämpft das Virus.