"Wie soll ich sonst Raten zahlen?"
Erste Hotel-Chefin sperrt für Urlauber auf
Bettina Grieshofer ist eine Frau, die nichts so leicht umwirft. Doch nach drei Lockdowns reicht es der Chefin des malerischen Gästehauses, das sie nach Anna Plochl, der Frau von Erzherzog Johann, benannt hat. „Ich kann nicht mehr“, postet Grieshofer – sie nimmt ab sofort nicht nur Buchungen von Geschäftsreisenden entgegen, sondern will für alle aufsperren: „Kommen Sie mit einem gültigen Corona-Test und es läuft schon.“
Existenz gefährdet
„Ich hatte zuletzt nur drei Gäste, die beruflich da waren. Das ist ja erlaubt, aber nur 3.500 Euro Umsatz. Damit kann ich weder Kreditraten noch die Sozialversicherung bezahlen“, sagt die Wirtin zu ÖSTERREICH. Sie sei „absolut“ in ihrer Existenz gefährdet: „Das Konto rutscht immer mehr ins Minus, am 1. April muss ich die Leasingrate bezahlen – ich weiß nicht, ob die Bank das macht.“ Umsatzersatz bekam sie nicht: „Ich hatte 38 % Umsatzminus – man braucht 40 %.“
Gesetzeslücke als Ausweg?
„Ich hab den Postenkommandanten schon gefragt – ,noch nicht‘, hat er gesagt.“ Grieshofer hofft auf eine Gesetzeslücke: Sie sei nämlich nicht verpflichtet, selbst zu kontrollieren, ob ihre Gäste tatsächlich Geschäftsreisende sind, da habe sie sich schon erkundigt.
Rosi darf nicht aufsperren
Rosi Schipflinger wollte Sonnen-Terrasse bewirtschaften. Die Liegen standen auf dem riesigen Parkplatz samt Baby-Elefanten-Abständen, die Speisekarte reichte vom Bauernhendl bis zum Heumilch-Softeis. „Unsere Sonnenterrasse wartet die ganze Woche auf Euch“, postete Sonnbergstuben-Chefin Rosi Schipflinger Anfang der Woche freudig. Doch Rosi machte die Rechnung ohne die Covid-Verordnung.
Die erlaubt zwar „Gassenverkauf“ – aber verbietet den Genuss der Speisen im Umkreis von 50 Metern. Rosi musste klein beigeben: „Aufgrund neuer Auflagen dürfen wir keine Liegestühle auf dem Parkplatz aufstellen.“ Schade.