Geniale Neuheit im Test

Jeden Lichtschalter per Smartphone steuern

17.07.2018

Unterputz-Module funktionieren mit jedem Schalter und sind völlig unsichtbar.

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© Devolo / oe24.at (Montage)
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Nachdem wir zuletzt den neuen Outdoor-WLAN-Adapter von Devolo  getestet haben, war nun einmal mehr ein (neues) Smart-Home -Produkt des deutschen Netzwerkspezialisten an der Reihe.  Die vernetzten Heiz - und Sicherheits-Produkte  von Devolo konnten in unseren Tests bereits überzeugen. Seit kurzem hat der Hersteller Unterputz-Schalter und –Dimmer im Angebot, die äußerst vielversprechend klingen. Einmal installiert, soll man damit so gut wie jedes Leuchtmittel in den eigenen vier Wänden per Smartphone, Vorabeinstellungen, Automatisierungsregeln oder per Zusatzgeräten wie einem Bewegungsmelder steuern können. Ob sie ihr Versprechen in der Praxis halten, klärt unser Testbericht.

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Die Unterputzmodule sind so klein, dass sie in normale Wanddosen passen.

So gut wie mit jedem Schalter kompatibel

Bei den neuen Unterputz-Schaltern handelt es sich um Geräte für die smarte Lichtsteuerung im Haushalt. Während Anbieter wie Ikea oder Philips (Hue) dabei auf separate Lösungen wie spezielle Glühlampen und Getways setzen , die den eigentlichen Lichtschalter ersetzen bzw. unbrauchbar machen, funktioniert die Devolo-Lösung mit den im Haus oder der Wohnung ohnehin bereits installierten Lampen bzw. Schaltern. Das Unterputzmodul wird hier nämlich – wie es der Name bereits aussagt  - in der Unterputzdose hinter dem jeweiligen Lichtschalter installiert. Das Gerät ist somit nicht nur unsichtbar, sondern funktioniert auch so gut wie mit jedem Schaltertyp. Voraussetzung ist jedoch, dass man Devolos Smart-Home-Steuerzentrale, die Home Control, besitzt. Wie diese installiert wird und funktioniert, haben wir in einem unserer Tests bereits ausführlich gezeigt . Deshalb beziehen wir uns hier nur mehr auf die neuen Unterputz-Schalter und -Dimmer.

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Per Antenne (schwarzes Kabel) verbindet sich das Modul mit der Smart-Home-Zentrale.

Z-Wave-Standard

Wie bei vielen Produkten seines Home-Control-Systems setzt Devolo auch hier auf vorhandene Z-Wave-Bausteine anderer Hersteller und passt diese mit eigener Firmware an das eigene System an. Bei den Unterputzmodulen tritt Qubino als Hardware-Lieferant in Erscheinung. Die Firma bietet übrigens unter der eigenen Marke nahezu baugleiche Z-Wave-Bausteine an, die mit dem Devolo Smart Home ebenfalls kompatibel sind. Besonders wichtig ist für Devolo der Hinweis, dass die Komponenten nur von einem Fachmann (ausgebildeter Elektriker) installiert werden dürfen. Zudem weist die Firma darauf hin, dass man sie nur am 230V/50 Hz-Wechselspannungsnetz sowie am 24V-Gleichspannungsnetz nutzen darf.

>>>Nachlesen: Ikeas smarte Lampen im Test

Installation

Unser Elektriker benötigte für die Installation eines Unterputzmoduls gerade einmal 10 Minuten. Die Beschreibung ist eigentlich narrensicher. Man muss nur aufpassen, dass die Wanddosen ausreichend groß sind (60 mm Durchmesser und ab 45 mm Tiefe). Der Spezialist kritisierte lediglich, dass Devolo die drei zusätzlich benötigten Kabel und die Klemme nicht in den Lieferumfang gepackt hat. Das empfand er aufgrund des nicht gerade günstigen Preises als etwas knausrig. An der Qualität und der Handhabung hatte er jedoch nichts auszusetzen. Zudem ist positiv aufgefallen, dass die Lichtschalter auch nach der Installation der Unterputzmodule nach wie vor ganz normal funktionieren. Man kann das Licht also auch weiterhin wie gewohnt per Hand ein- und ausschalten. Im folgenden Video werden die Installationsschritte veranschaulicht.

Ins Smart Home integrieren

Wenn die Hardware einmal installiert ist, ist der Rest auch für Laien ein Klacks. Konkret muss man die Unterputz-Module nur noch ins eigene Smart Home integrieren. Wir haben das über die Devolo Smart Home App  erledigt. Alternativ geht es auch per Browser über den User-Bereich auf der Devolo-Webseite. In der App muss man lediglich auf das „+“-Symbol klicken, über das man ein neues Gerät hinzufügt. Im Anschluss daran nur noch das Unterputz-Modul (Schalter oder Dimmer) in der Liste auswählen und ein paar Klicks später ist auch schon alles erledigt.

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Über die App kann man die neuen Module ganz einfach hinzufügen.

Was kann man alles machen?

Nun hat man gleich mehrere Möglichkeiten, seine Lampen zu steuern. Die manuelle Bedienung erfolgt einfach über die App. Hier kann man den Lichtschalter bequem vom Sofa aus bedienen. Mit dem Unterputz-Schalter kann man den Leuchtkörper also ein- oder ausschalten und mit dem Unterputz-Dimmer heller oder dunkler "drehen". Doch das war noch lange nicht alles. Man kann das Ganze auch völlig Automatisieren. So kann man zum Beispiel Regeln festlegen, dass sich das Licht einschaltet, sobald sich der (ebenfalls im Smart Home integrierte) Bewegungsmelder aktiviert. Darüber hinaus ist es möglich, den Unterputz-Schalter an den Rauchmelder zu koppeln. Sollte dieser in der Nacht Alarm schlagen, muss man sich also nicht durch die Dunkelheit bis zum Lichtschalter kämpfen. Wer mehrere Unterputzmodule verwendet, kann sie auch zu Gruppen zusammenfassen. Dann schalten sich mehrere Lampen zeitgleich ein- bzw. aus. Nutzer können auch einen vorgegebenen Zeitraum festlegen, in dem sich das jeweilige Licht einschaltet (z. Bsp: Montag bis Freitag von 7:00 bis 8:00 Uhr). Alles in allem sind die neuen Unterputz-Module ein echter Komfortgewinn, an den man sich äußerst schnell gewöhnt und danach auch nicht mehr missen will.

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Nutzer können die neuen Smart-Home-Produkte auch an Regeln knüpfen.

Praktisches Zusatz-Feature

Neben der Steuerung bieten die Unterputz-Module noch ein äußerst praktisches Zusatz-Feature. Sie messen im Hintergrund nämlich auch den Stromverbrauch der angeschlossenen Lampen. So bekommt man in der App eine genaue Übersicht darüber, wie viel Energie das jeweilige Licht verbraucht. Zudem sieht man ganz genau, wie lange zum Beispiel der Lampenschirm in der Küche an einem bestimmten Tag eingeschaltet war.

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Fazit

Mit den neuen Unterputz-Modulen hat Devolo ein Smart-Home-Produkt im Angebot, das wohl jedem gefallen würde. Zum einen ist es dank der Integration in die Wanddosen völlig unsichtbar, zum anderen bietet es einen Steuerungskomfort der seines Gleichen sucht. Leider ist das Ganze aufgrund der gebotenen Leistung naütrlich nicht ganz billig. Da die Geräte erst seit kurzem erhältlich sind, kosten sie im Fach- und Online-Handel nach wie vor die UVP. Und diese liegt bei 75 Euro pro Schalter bzw. Dimmer. Wer also vier Lichtschalter damit ausstatten will, ist 300 Euro los. Hinzu kommen noch die Kosten für den Elektriker und – wenn noch nicht vorhanden – für die Home-Control-Steuerzentrale. Dafür arbeiten sie im Devolo-Netzwerk aber auch wirklich perfekt zusammen. Ein Blick zu ähnlichen Produkten macht zudem Hoffnung. Denn die Unterputzlösungen von Qubino (Flush 1 Relay und Flush 2 Relay) oder Fibaro (FGS-212 und FGS-213), die schon etwas länger auf dem Markt sind, kosten mittlerweile „nur“ mehr zwischen 45 und 50 Euro. Gut möglich, dass auch die Devolo-Produkte in absehbarer Zeit etwas günstiger zu haben sein werden.

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