Getestet

Entgiften?! Ich habe mein Darmmikrobiom testen lassen - das kam dabei raus

12.01.2026

Neues Jahr, Detox-Gelüste und ein Darm, der mehr über uns weiß als gedacht: Ich habe mein Mikrobiom mit dem myBioma Testkit testen lassen und war von dem Ergebnis mehr als überrascht. 

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Neues Jahr, neuer Lifestyle? Das dachte ich mir auch. Aber womit fängt man da am besten an? Genau: mit der Gesundheit. Spätestens seit "Darm mit Charme" wissen wir alle, dass unser Darm so etwas wie das zweite Gehirn ist und gefühlt überall mitmischt. Stimmung, Immunsystem, Haut, Gewicht … you name it. 

Und nach Weihnachten bzw. im Zuge von Neujahrsvorsätzen sprechen sowieso alle von „Entgiften“. Wegen zu viel Punsch, Alkohol, Zucker und fettigem Essen, der Darm hat eindeutig schon bessere Zeiten gesehen. Also dachte ich mir: Bevor ich jetzt blind Detox-Tees trinke, schaue ich doch lieber mal nach, wie es da unten eigentlich wirklich aussieht. 

Warum ich mir mein Mikrobiom anschauen wollte

Ein Blick in den Darm kann bei so einem Vorhaben ja nicht schaden, oder? Wenn schon gesunde Ernährung, dann bitte mit Fundament. Denn unser Mikrobiom ist super individuell, ähnlich wie ein Fingerabdruck. Es kann unglaublich viel darüber verraten, wie es um unsere Gesundheit steht und wie wir sie gezielt mit Ernährung unterstützen können. 

Dazu kommt: Ich trainiere gerade für den Wien-Marathon und wollte meinem Körper etwas Gutes tun. Mehr Energie, bessere Regeneration, ein starkes Immunsystem, all das hängt auch mit der Darmflora zusammen. Um die eigene Darmflora zu optimieren, muss man sie allerdings zuerst verstehen. Genau hier setzt ein Mikrobiom-Test wie jener von myBioma an: Er analysiert die Zusammensetzung der Darmflora und liefert personalisierte Empfehlungen, um sie gezielt zu verbessern.

© mybioma

Probe nehmen

Fun Fact bzw. eher Reality Check: Für so einen Test braucht man eine Stuhlprobe. Sexy ist anders, keine Frage. Aber was muss, das muss. Das Testkit kommt per Post. Drinnen: ein Teststäbchen, ein verschließbares Reagenzglas und eine Papierhalterung für die Toilette. Es gibt definitiv angenehmere Dinge als Stuhlproben zu nehmen, aber hey, man muss da einfach durch. Probe nehmen, ins Röhrchen, in den beiliegenden Umschlag und ab zur Post. Dann geht es ins Labor. 

Das Ergebnis

Die Auswertung dauert mehrere Tage, insgesamt kann man mit Versand etwa zwei bis drei Wochen rechnen. Mein Ergebnis war nach zwei Wochen da, als übersichtliches PDF mit gut verständlichen Grafiken und Erklärungen.

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Für mich gab es dann leider einen kleinen Schockmoment. Kurz gesagt: Mein Darm führte ein Leben am Limit - sehr viele Skalen im roten Bereich. Da war definitiv Luft nach oben. 

Die wichtigste Erkenntnis: Vielfalt ist alles

Was im Test sehr schnell klar wurde: Diversität ist das A und O. Unser Darm braucht möglichst viele unterschiedliche Bakterien. Das funktioniert wie ein Team mit verschiedenen Kompetenzen, je vielfältiger, desto besser die Zusammenarbeit. Dabei gibt es übrigens nicht einfach „gute“ und „schlechte“ Bakterien. Der Darm ist ein eigenes Ökosystem. Gerät dieses aus dem Gleichgewicht, kann das zu Verdauungsproblemen, Entzündungen, Hautproblemen, Übergewicht und anderen Beschwerden führen.

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Will man also wirklich „einen Verdauungs-Reset“, sollte man zuerst schauen: Wie steht es überhaupt um den eigenen Darm und was braucht er, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen? 

Personalisierte Tipps 

Praktischerweise liefert der Test nicht nur Ergebnisse, sondern auch individuell angepasste Empfehlungen. In meinem Fall hieß das: mehr polyphenolreiche Lebensmittel in den Alltag integrieren, also sekundäre Pflanzenstoffe. Grüner Tee, dunkle Schokolade und Nüsse standen ganz oben auf der Liste. Auch mehr Wurzelgemüse wurde mir empfohlen.

Zusätzlich bekam ich konkrete Tee-Empfehlungen, damit ich meinen Darm beim Hydrieren auch noch unterstützen kann. Aber mein persönliches Highlight: Rezepte. Mit direkt umsetzbaren Ideen, die MEINEN Darm gezielt unterstützen, wo er es braucht. Für viel beschäftigte Leute super easy. Aber das war es noch nicht...

Mehr als nur Ernährung

Der Test gibt auch Aufschluss über die metabolische Gesundheit, also darüber, wie es um den Stoffwechsel steht, inklusive Maßnahmen, wie man ihn verbessern kann. Auch hier wieder mit passenden Rezepten. Außerdem zeigt die Auswertung mögliche Risiken in Bezug auf Reizdarmsyndrom, Leaky Gut oder SIBO auf. Wichtig: Der Test ist keine Diagnose, sondern weist lediglich auf mikrobiomielle Überschneidungen hin. Wenn man neben dem Ergebnis auch noch die angegebenen Symptome hat, sollte man das aber ärztlich abklären lassen.

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Spannend fand ich auch die Infos zur Darm-Immun-Achse, zum Entzündungspotenzial, zur Darm-Haut-Achse und dazu, wie das Mikrobiom das Gewichtsmanagement beeinflussen kann, natürlich wieder inklusive individueller Empfehlungen.

Wie lange dauert es, bis sich der Darm erholt?

Die große Frage: Wie schnell sieht man Ergebnisse? Die Antwort ist ehrlich: Es dauert. Integriert man die Empfehlungen konsequent, braucht der Darm mindestens zwei Monate, um sich zu erholen. Kein Quick Fix, kein Wunder-Detox. Geduld ist gefragt. 

Der Mikrobiom-Test liefert keine Zauberlösung, aber eine richtig gute Basis. Individuell und alltagstauglich. Man muss die Tipps ernst nehmen und dem Körper Zeit geben. Am hilfreichsten finde ich die Rezepte, weil sie mir Struktur geben und meine Ernährung automatisch vielseitiger machen. Und genau das ist vermutlich der größte Gewinn: weg von Einheitslösungen, hin zu einem Ansatz, der wirklich zu mir und meinen Ergebnissen passt. 

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