Entgiftung

Saftkuren: Detox-Wunder oder gefährlicher Trend?

Der Jänner ist der Monat der guten Vorsätze. Gesünder essen, fitter werden, die alte Figur zurückbekommen, und das alles am besten blitzschnell! Kein Wunder also, dass in dieser Zeit der Saftkur-Trend einen Boom erlebt. Doch sind Saftkuren wirklich so gesund, wie oft versprochen wird? 

Saftkuren liegen voll im Trend. Von zahlreichen Anbietern werden Säfte zu teils stolzen Preisen angeboten, mit dem Versprechen, den Körper zu entgiften, das Immunsystem zu stärken und den Weg zu einem „neuen Ich“ zu ebnen. Klingt wie das ideale Mittel, um den Körper nach den Festtagen wieder in Form zu bringen, oder? Doch was steckt wirklich hinter diesem Hype? Wir nehmen die Säfte unter die Lupe und verraten, was wirklich dran ist.

So läuft eine Saftkur ab

Saftkuren: Detox-Wunder oder gefährlicher Trend?
© Getty Images

Wer sich auf eine Saftkur einlässt, muss sich in der Regel für eine Zeit von fester Nahrung verabschieden. Stattdessen gibt es über den Tag verteilt mehrere Säfte aus Obst und Gemüse, meistens in Form von frisch gepressten, kaltgepressten Säften, die so viele Vitamine wie möglich erhalten. Die Säfte werden in regelmäßigen Abständen, meist alle zwei Stunden, getrunken, um den Körper zu „ernähren“. Dazu dürfen nur Wasser und ungesüßter Tee konsumiert werden. Die Dauer einer solchen Kur kann zwischen einem und sieben Tagen liegen, je nachdem, wie viel man sich zutraut.

Das passiert im Körper

Die Versprechen sind groß: Der Darm soll sich regenerieren, die Haut soll sich verbessern, die Kilos purzeln und die Energie soll gesteigert werden. Zunächst einmal ist die Grundidee eines „Detoxes“ (also die Entgiftung des Körpers) nicht ganz abwegig. Immer mehr Menschen neigen dazu, sich durch Fertiggerichte, Fast Food oder zu viel Zucker zu ernähren, da kann eine kurze Pause von dieser Art der Ernährung durchaus hilfreich sein.

Aber statt sich radikal nur von Säften zu ernähren, könnte es auch einfach sinnvoller sein, mehr Obst und Gemüse in die tägliche Ernährung zu integrieren und auch längere Pausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten.

Die Risiken: Wenn der Körper überfordert wird

Trotz der vermeintlich positiven Auswirkungen gibt es auch Schattenseiten. Ein wesentlicher Nachteil ist der hohe Fruchtzuckergehalt in vielen Säften, der bei hohem Konsum den Körper belasten kann. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel stark schwankt und es zu möglichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und sogar Antriebslosigkeit kommen kann.

Saftkuren: Detox-Wunder oder gefährlicher Trend?
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Auch wenn die Säfte natürlich voller Vitamine stecken, fehlt oft das, was der Körper auch braucht: gesunde Fette und Proteine. Das bedeutet, dass Sie nach ein paar Tagen Saftfasten nicht nur Ihre Muskeln abgebaut haben, sondern sich auch ziemlich schlapp und energielos fühlen könnten.

Ein weiterer Punkt ist, dass der versprochene Gewichtsverlust oft nur temporär ist. Zwar verliert man durch die geringe Kalorienzufuhr in der kurzen Zeit der Saftkur an Gewicht, aber sobald man wieder „normal“ isst, kommt der Jojo-Effekt meist umso schneller.

Der Detox-Mythos

Das größte Versprechen einer Saftkur ist die sogenannte „Entgiftung“. Doch dieser Begriff ist wissenschaftlich nicht wirklich haltbar. Denn der Körper selbst besitzt äußerst effiziente Entgiftungsorgane: Leber und Nieren. Diese Organe arbeiten unermüdlich, um Stoffe zu filtern, die der Körper nicht braucht – und das rund um die Uhr. Eine Saftkur hat also keine magische Wirkung, die den Körper auf mysteriöse Weise „reinigt“.

Wer sich für eine Saftkur entscheidet, kann allerdings profitieren, um ungesunde Essgewohnheiten zu hinterfragen und vielleicht auch zu ändern. Sie kann als eine Art „Reset“ für den Körper dienen, um zu zeigen, dass man weniger Zucker, Alkohol und Fast Food braucht, um sich gut zu fühlen. Aber sie ist kein Allheilmittel und keine langfristige Lösung.

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