Unnötig schwer

Dry January: Warum der Jänner der schlechteste Monat für Alkoholverzicht ist

Der „Dry January“ klingt motivierend, ist aber oft schwerer als gedacht. Zwischen beruflichem Neustart, sozialen Treffen und Winterblues wird der Alkoholverzicht schnell zur Geduldsprobe. Warum ein anderer Monat deutlich bessere Voraussetzungen bietet, lesen Sie hier. 

Der Jänner ist da und nicht wenige von uns haben sich nach der Feiertagsschlemmereien und Silvesterdrinks vorgenommen, im Jänner mal ganz aufs Alkohol zu verzichten. Aber ist der Jänner wirklich der beste Monat, um auf Alkohol zu verzichten? Oder macht der Monat es einem besonders schwer? 

Dry January: Warum der Jänner der schlechteste Monat für Alkoholverzicht ist
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Die Vorweihnachtszeit mit Glühwein und Punsch, die Festtagsessen, ein Glas Sekt hier, die Weihnachtsfeier da, und schon kommt ganz schön viel Alkohol zusammen. Kein Wunder also, dass sich viele denken: So, jetzt reicht’s. Im Jänner kehre ich dem Alkohol den Rücken. Klingt logisch. Ist es aber wirklich klug? 

Der Jänner: motiviert, aber gnadenlos

Der größte Feind des „Dry January“ ist nicht mangelnder Wille: es ist der Alltag. Kaum sind die Feiertage vorbei, trifft das Sozialleben wieder frontal auf das Berufsleben. Da ein Neujahrstreffen, dort ein After-Work-Drink, hier ein Geburtstag, dort ein gemeinsames „endlich-wiedersehen“-Bier. Und schwupps, steht wieder eine Flasche auf dem Tisch.

Dry January: Warum der Jänner der schlechteste Monat für Alkoholverzicht ist
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Der Jänner ist also nicht nur grau, kalt und lang, sondern auch sozial erstaunlich feuchtfröhlich. Gerade weil man sich nach den ruhigen Feiertagen wieder mehr trifft. Alkohol ist dabei oft der kleinste gemeinsame Nenner: schnell bestellt, gesellschaftlich akzeptiert und immer griffbereit. 

Dazu kommt: Winterblues statt Hochmotivation

Seien wir ehrlich: Der Jänner ist emotional kein Spaziergang. Kurze Tage, wenig Sonne, viel Arbeit und das Urlaubsfeeling ist auch endgültig vorbei. Genau in dieser Zeit auf etwas zu verzichten, das für viele mit Genuss, Entspannung und Geselligkeit verbunden ist, fühlt sich eher nach zusätzlicher Bestrafung als nach Selbstfürsorge an. 

Die bessere Alternative: die Fastenzeit

Viel sinnvoller wäre es eigentlich, den Blick ein paar Wochen weiter nach vorne zu richten: auf die Fastenzeit.

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Warum?

  1. Sie ist länger als der Jänner: Und ja, das ist ein Vorteil. Ein längerer Verzicht bringt oft deutlich spürbarere Effekte: besserer Schlaf, mehr Energie, klarerer Kopf. Der Körper sagt eher Danke als „War das jetzt schon alles?“.
  2. Man ist nicht allein: In der Fastenzeit verzichten viele Menschen bewusst auf Alkohol, Süßes oder andere Gewohnheiten. Das bedeutet: mehr emotionaler Rückhalt und weniger erstaunte Blicke, wenn Sie sagen: „Nein danke, ich faste.“ Sozialer Support inklusive.
  3. Der Zeitpunkt ist freundlicher: Die Tage werden länger, die Stimmung steigt, und der Frühling lugt schon um die Ecke. Verzicht fällt leichter, wenn das Leben nicht gleichzeitig graue Wolken schiebt. 

Der Jänner ist voller guter Vorsätze, aber leider auch voller Stolpersteine. Wer im Januar scheitert, ist nicht schwach, sondern schlicht realistisch. Vielleicht ist es klüger, sich selbst ein bisschen entgegenzukommen und den Alkoholverzicht auf eine Zeit zu legen, in der die Umstände mitspielen.

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