Selbsttest

Sie sind ständig müde? Das steckt wirklich hinter der Dauermüdigkeit

Erschöpfung hat viele Gesichter – und viele mögliche Ursachen. Dieser Test hilft, die eigene Müdigkeit besser zu verstehen. 

Müdigkeit ist nicht gleich Müdigkeit. Während die einen kaum aus dem Bett kommen, laufen andere morgens auf Hochtouren – und brechen erst am Nachmittag ein. Manche fühlen sich körperlich ausgelaugt, andere emotional leer. Und dann gibt es Menschen, die eigentlich alles „richtig“ machen: ausreichend schlafen, sich bewegen, gesund essen – und trotzdem ständig erschöpft sind.

Warum bin ich so müde?

Sie sind ständig müde? Das steckt wirklich hinter der Dauermüdigkeit
© Getty Images

Um diesen unterschiedlichen Formen der Erschöpfung auf die Spur zu kommen, lohnt sich ein genauerer Blick nach innen. Der Allgemein-und Sportmediziner Dr. med. Carsten Lekutat hat dafür einen speziellen Test kreiert. Dieser ist zwar keine medizinische Diagnose, ist aber eine Möglichkeit, die eigene Müdigkeit einzuordnen. Er kann Hinweise darauf geben, in welchem Bereich mögliche Ursachen liegen könnten: eher körperlich, hormonell, seelisch oder in der Kombination mehrerer Faktoren.

Beantworten Sie die folgenden Fragen möglichst spontan. Vertrauen Sie Ihrem ersten Impuls, ohne lange zu analysieren oder zu beschönigen. Oft zeigen sich schon während des Ankreuzens erste Zusammenhänge.  

TESTEN SIE SICH: WOHER RÜHRT IHRE MÜDIGKEIT?

Sie sind ständig müde? Das steckt wirklich hinter der Dauermüdigkeit
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1 Wie fühlen Sie sich morgens nach dem Aufwachen?

  • A Meistens frisch und bereit für den Tag.
  • B Direkt nach dem Aufstehen bin ich emotional oft schon erschöpft.
  • C Ich fühle mich körperlich schlapp, selbst wenn ich gut geschlafen habe.
  • D Meine Glieder sind steif, mein Rücken verspannt – wie gerädert.
  • E Ich brauche lange, um richtig wach zu werden, obwohl ich früh ins Bett gehe.

2 Wie verändert sich Ihre Energie im Laufe des Tages?

  • A Ich bin morgens müde, mittags fit und abends wieder kraftlos.
  • B Meine Energie schwankt kaum – ich fühle mich meist stabil.
  • C Nach dem Essen falle ich oft in ein richtiges Loch.
  • D Ich bin vormittags leistungsfähig, aber nachmittags wird’s zäh.
  • E Ich bin den ganzen Tag irgendwie erschöpft – konstant auf Sparflamme.

3 Wie schwer fällt es Ihnen, sich zu konzentrieren?

  • A Manchmal verliere ich den Faden, aber insgesamt geht es.
  • B Ich kann mich kaum länger auf eine Sache konzentrieren, meine Gedanken schweifen ab.
  • C Ich fühle mich geistig klar und belastbar.
  • D Ich vergesse oft Dinge, die ich mir gerade noch vorgenommen hatte.
  • E Ich habe Mühe, mich überhaupt für etwas zu motivieren.

4 Wie sieht es mit Ihrer Schlafqualität aus?

  • A Ich schlafe gut ein und durch, fühle mich erholt.
  • B Ich schlafe schlecht – oft mit innerer Unruhe oder Gedankenkreisen.
  • C Ich schlafe lange, aber der Schlaf bringt keine echte Erholung.
  • D Ich wache nachts häufig auf – manchmal mit körperlichen Beschwerden.
  • E Ich habe Einschlafprobleme, mein Kopf ist einfach zu voll.

5 Haben Sie körperliche Veränderungen bemerkt?

  • A Meine Haut und Haare wirken fahl, meine Nägel sind brüchig.
  • B Ich fühle mich insgesamt gut – zumindest äußerlich ist alles normal.
  • C Ich habe Gewicht zu-oder abgenommen, ohne den
  • Grund zu kennen.
  • D Ich habe häufig Muskel-oder Gelenkbeschwerden.
  • E Ich schwitze vermehrt oder friere ungewöhnlich oft.

6 Wie gut können Sie mit Stress umgehen?

  • A Ich bleibe ruhig und finde schnell wieder in meine Balance.
  • B Ich reagiere schnell gereizt und fahre aus der Haut.
  • C Stress äußert sich bei mir vor allem körperlich – mit
  • Bauchweh, Verspannungen, Kopfschmerzen.
  • D Ich merke, dass Stress meine Schlafqualität deutlich beeinflusst.
  • E Ich ziehe mich zurück und fühle mich schnell überfordert.

7 Wie würden Sie Ihre Verdauung beschreiben?

  • A Ich habe selten Probleme – alles läuft regelmäßig.
  • B Ich habe Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall – besonders nach bestimmten Lebensmitteln.
  • C Ich habe oft keinen Appetit und esse eher aus Pflichtgefühl.
  • D Ich vergesse zu essen oder esse unkontrolliert – je nach Stimmung.
  • E Ich reagiere empfindlich auf kleine Mengen – mein Bauch ist ein Wunderwerk der Unberechenbarkeit.

8 Wie sieht es mit Ihrem Bewegungsverhalten aus?

  • A Ich bin regelmäßig aktiv – Sport oder Bewegung gehört dazu.
  • B Ich fühle mich oft zu erschöpft für Bewegung, obwohl ich gern würde.
  • C Ich bewege mich kaum – schon der Alltag strengt mich an.
  • D Ich habe das Gefühl, Bewegung tut mir nicht gut – es kostet zu viel Kraft.
  • E Ich bin ständig in Bewegung, kann schlecht stillsitzen oder abschalten.

9 Wie erleben Sie Ihre emotionale Verfassung?

  • A Ich fühle mich ausgeglichen, mit normalen Schwankungen.
  • B Ich bin oft traurig, ohne genau zu wissen, warum
  • C Ich bin emotional schnell aufgeladen – Wut, Tränen, Überforderung.
  • D Ich habe das Gefühl, innerlich stumpf geworden zu sein.
  • E Ich bin oft müde, aber emotional völlig stabil.

10 Gibt es Tageszeiten, an denen Sie sich besonders müde fühlen?

  • A Direkt nach dem Aufwachen – als hätte ich gar nicht geschlafen.
  • B Nach körperlicher Aktivität fühle ich mich total erschöpft.
  • C Besonders am Nachmittag – da geht gar nichts mehr.
  • D Eigentlich konstant – es gibt keine richtigen Hochphasen mehr.
  • E Nur abends – und das empfinde ich als normal.

11 Haben Sie häufig Heißhunger oder Gelüste?

  • A Nein, ich esse regelmäßig und ausgewogen.
  • B Ich bekomme Heißhunger auf Süßes oder Kohlenhydrate.
  • C Ich esse oft zu wenig und merke es erst spät.
  • D Ich esse aus emotionalen Gründen – Trost, Belohnung, Langeweile.
  • E Ich habe oft keinen Hunger, aber esse trotzdem.

12 Wie reagieren Sie auf positive Ereignisse?

  • A Ich freue mich – manchmal still, aber echt.
  • B Ich merke zwar, dass etwas Gutes passiert ist, aber ich fühle nichts dabei.
  • C Ich werde überdreht – auch positive Aufregung stresst mich.
  • D Ich nehme es zur Kenntnis, aber es löst keine Energie aus.
  • E Ich freue mich intensiv und spüre einen Energieschub.

13 Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Müdigkeit eine körperliche Ursache haben könnte?

  • A Nein – ich fühle mich gesund und habe keine Beschwerden.
  • B Ja – ich vermute hormonelle Veränderungen.
  • C Ja – ich habe bereits chronische Entzündungen diagnostiziert bekommen.
  • D Ja – ich denke, mir fehlen wichtige Nährstoffe.
  • E Ja – ich fühle mich emotional ausgelaugt und überfordert.

14 Wie gehen Sie mit alltäglichen Anforderungen um?

  • A Ich erledige meine Aufgaben routiniert und zuverlässig.
  • B Ich schiebe vieles auf, weil ich mich überfordert fühle.
  • C Ich nehme mir zu viel vor – und fühle mich danach ausgebrannt.
  • D Ich arbeite alles mechanisch ab, aber ohne Freude oder Energie.
  • E Ich brauche viel Ruhe zwischen den Aufgaben, sonst kippt mein Tag.

15 Welches Bild beschreibt Ihre Müdigkeit am besten?

  • A Ein dunkler Nebel, der über allem liegt.
  • B Eine leere Batterie, die sich nicht richtig laden lässt.
  • C Ein Muskelkater, der nie ganz weggeht.
  • D Ein Körper, der läuft – aber nur im Notbetrieb.
  • E Eine zähe Trägheit, die sich durch alles zieht.

AUSWERTUNG: DAHER KOMMT IHRE ERSCHÖPFUNG

Jetzt wird es spannend. Sie haben die 15 Fragen hoffentlich ganz intuitiv beantwortet – ohne viel Grübelei, einfach aus dem Bauch heraus. Denn genau darum geht es bei diesem Test: nicht um eine wissenschaftliche Diagnose, sondern um ein Gefühl für die Richtung.

Zählen Sie, wie oft Sie A, B, C, D oder E gewählt haben. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie, welcher Buchstabe welcher Farbe – und damit welchem Müdigkeitstyp – entspricht. Addieren Sie am Ende die Häufigkeit jeder Farbe. Die Farbe, die überwiegt, zeigt an, wo Ihr persönlicher Schwerpunkt liegt. Vielleicht haben Sie auch zwei Farben mit gleicher Punktzahl – dann liegen zwei Ursachenfelder eng beieinander.

Wie oft kommt jede Farbe vor?

Rot = Entzündungstyp Blau = hormoneller Typ Gelb = Mangeltyp Grün = seelisch erschöpft Weiß = unauffälliger Typ

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