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So viel Urlaub brauchen Sie im Jahr, um gesund zu bleiben
09.01.2026Zu wenig Urlaub kann der Gesundheit schaden, das zeigen zahlreiche Studien. Wer sich regelmäßig erholt, senkt Stress, schützt Herz und Kreislauf und fühlt sich langfristig besser. Doch wie viele freie Tage braucht der Körper wirklich, um gesund zu bleiben?
Urlaub, dieses Wort löst bei vielen sofort Bilder von Liegestühlen, Bergen oder zumindest ausgeschlafenen Morgen aus. Und trotzdem wird er im Alltag gern aufgeschoben, gekürzt oder „mitgenommen“, während man doch wieder E-Mails checkt. Dabei ist Urlaub nicht bloß Luxus, sondern nachweislich wichtig für die Gesundheit.
Aber wie viel Urlaub braucht man eigentlich wirklich, um gesund zu bleiben? Und reicht ein verlängertes Wochenende schon aus? Die Wissenschaft hat dazu einiges zu sagen.
Warum Urlaub mehr ist als eine nette Auszeit
Zahlreiche Studien zeigen: Dauerstress im Job macht krank. Er erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafprobleme, Erschöpfung und psychische Beschwerden. Erholung ist dabei der natürliche Gegenspieler von Stress und Urlaub eine der wirksamsten Formen davon.
US-Forscher haben über 20 Jahre hinweg mehr als 12.000 Menschen untersucht. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Personen, die sehr selten Urlaub machten, starben in den Folgejahren signifikant häufiger an Herzinfarkten. Kurz gesagt: Urlaub kann Leben retten.
Aber wie lange sollte Urlaub dauern?
Hier wird es spannend, denn ganz einig ist sich die Forschung nicht.
1. Mindestens acht Tage, sagt eine niederländische Untersuchung
Eine Studie der Radboud-Universität Nijmegen aus dem Jahr 2012 fand heraus: Gesundheit und Wohlbefinden erreichen ihren Höhepunkt ab etwa acht Urlaubstagen am Stück. Vorher ist man oft noch im „Runterkommen-Modus“ – gedanklich im Büro, körperlich im Stressabbau.
2. Zwei bis drei Wochen, sagen andere Expert:innen
Psychotherapeut Gerhard Zimmermann empfiehlt im Interview mit dem Stern sogar noch mehr: Mindestens einmal im Jahr zwei Wochen am Stück, besser drei. Der Grund: Bis Stresshormone wie Cortisol wirklich abgebaut sind, können bis zu 14 Tage oder länger vergehen. Erst dann stellt sich echte, tiefe Erholung ein – nicht nur das Gefühl von „endlich mal ausschlafen“.
Urlaub kann das Leben verlängern
Klingt dramatisch, ist aber wissenschaftlich belegt. Finnische Forscher:innen stellten 2018 in der Helsinki Businessmen Study die These auf, dass Urlaub tatsächlich lebensverlängernd wirken kann. Über 40 Jahre begleiteten sie rund 1.200 Manager mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko. Berücksichtigt wurden Arbeitszeiten, Schlaf, Lebensstil und eben auch Urlaubszeiten.
Das Ergebnis: Wer regelmäßig und länger Urlaub machte, hatte ein geringeres Risiko, früh zu sterben. Keine schlechte Motivation, den nächsten Urlaubsantrag ernsthaft zu stellen.
Heißt das: Je mehr Urlaub, desto besser?
Nicht unbedingt nur „viel“, sondern vor allem richtig. Ideal sind:
- Mindestens ein Urlaub von 8-14 Tagen pro Jahr
- Besser noch: einmal jährlich zwei bis drei Wochen am Stück
- Plus kleinere Auszeiten zwischendurch
Kurzurlaube und verlängerte Wochenenden sind wunderbar, sie ersetzen aber keinen längeren Erholungsblock, bei dem Körper und Kopf wirklich abschalten dürfen.