Enthüllt
Frauen vs. Männer: Neue Studie zeigt große Unterschiede bei Stress & Alkohol
19.03.2026Dass Männer und Frauen unterschiedlich auf Belastungen reagieren, ist oft Thema. Und eine neue Studie der Universität Wien und der MedUni Wien zeigt nun: Die Ursache dafür liegt in unserer Biologie. Die Gehirne reagieren nämlich fundamental anders auf Stress und den Einfluss von Alkohol.
Warum fühlen sich manche Menschen schneller überfordert, während andere erst unter Alkoholeinfluss emotional reagieren? Ein Forschungsteam rund um Studienleiterin Sophia Khom untersuchte einen kleinen, aber entscheidenden Bereich unseres Gehirns: die zentrale Amygdala. Dieser Bereich ist unser Hauptquartier für die Verarbeitung von Emotionen, Angst und Stress.
Das „Warnsystem“ in unserem Kopf
Im Fokus der Untersuchung stand das sogenannte Substanz-P-System. Dabei handelt es sich um einen Botenstoff-Mechanismus, der Nervenzellen in der Amygdala beeinflusst. Wenn dieses System aktiv ist, fühlen wir uns unwohl, ängstlich oder gereizt. Die Forschenden entdeckten dabei verblüffende Geschlechterunterschiede:
- Weibliches Gehirn: Hier ist das Stress-System in der Amygdala bereits im „Normalzustand“ - also ganz ohne Alkohol - aktiv und verstärkt die entsprechende Reaktion auf Belastungen.
- Männliches Gehirn: Ohne Alkohol zeigt dieser Mechanismus kaum Aktivität. Erst wenn akuter Alkoholeinfluss hinzukommt, wird das System „eingeschaltet“ und verstärkt dann die negativen Stressgefühle in der Amygdala.
Stress als Risikofaktor
Eigentlich ist Stress eine positive Reaktion unseres Körpers: Er macht uns wachsam und vorsichtig. Doch die Studie zeigt, dass Frauen biologisch gesehen empfindlicher auf Stressreize reagieren. Männer hingegen registrieren Stress zwar auch, nehmen ihn aber oft als „weniger dramatisch“ wahr - außer, es kommt Alkohol ins Spiel.
„Stress gilt als ein wichtiger Risikofaktor für problematischen Alkoholkonsum“, erklärt Sophia Khom gegenüber der APA. Die neuen Erkenntnisse helfen zu verstehen, warum manche Menschen schneller eine Abhängigkeit entwickeln als andere. Wer weiß, wie das eigene Gehirn unter Druck reagiert, kann Warnsignale früher deuten.
Was bedeutet das für den Alltag?
Auch wenn es sich um präklinische Forschung handelt, liefern die Ergebnisse eine wichtige Basis für die Zukunft. Sie verdeutlichen, dass Gesundheitsvorsorge und Suchtprävention individuell auf die Geschlechter zugeschnitten sein müssen.
Quelle: APA