Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal für einen ganzen Monat ohne Alkohol entschieden.
Mein Alltag dreht sich oft um Deadlines, Meetings und ständige Erreichbarkeit. Alkohol war bisher für mich eine kleine Belohnung: ein Glas Rotwein nach einem langen Arbeitstag, ein Cocktail mit Freunden am Wochenende. Dieses Jahr wollte ich etwas Neues ausprobieren: ein ganzer Monat ohne Alkohol. Dry January – seit Jahren trendet der Begriff, und immer wieder dachte ich mir: „Hm, vielleicht probiere ich das nächstes Jahr mal.“ Wenn es so viele machen, muss es ja wohl einen Grund geben. Dieses Jahr war es jetzt endlich so weit.
Ehrlich gesagt war ich am Anfang skeptisch. Würde ich es überhaupt schaffen? Ist der soziale Druck, Alkohol zu trinken, wirklich so hoch? Doch meine Erfahrung mit dem nüchternen Monat überraschte mich: Es war überraschend einfach, 31 Tage lang auf Alkohol zu verzichten.
Die ersten Tage – Umstellung und kleine Stolpersteine
Überraschenderweise waren die ersten Tage gar nicht so schlimm. Anfang Jänner war ich noch im Urlaub, der soziale Druck also minimal. Ich merkte sofort: Ich wache morgens wacher auf, fühle mich frischer.
Die größte Herausforderung kam nach der ersten Woche, eher sozialer Natur. Geburtstage von Freunden, kleine After-Work-Drinks, die Ballsaison – überall Gläser in der Hand, überall die Frage: trinke ich jetzt etwas oder nicht? Virgin Cocktails? Nicht wirklich mein Ding. Ich suchte also nach Alternativen und fand sie schnell: Sparkling Tea (Tee mit Kohlensäure als Sekt-Alternative) oder einfach Wasser mit Zitrone.
Die positiven Effekte – Körper und Geist danken
Zu Beginn dachte ich: So viel Alkohol trinke ich ja eigentlich nicht, was soll ein paar Wochen ohne schon bringen? Doch nach etwa zwei Wochen merkte ich erste Effekte. Ich hatte mehr Energie, mein Schlaf war tiefer und erholsamer, und ich wachte morgens tatsächlich fitter auf. Meine Haut wirkte frischer, weniger müde – bei meiner Jänner-Blässe definitiv ein Vorteil.
Psychisch fühlte ich mich klarer und stabiler. Und dann war da noch dieses wunderbare Gefühl: Stolz und Selbstwirksamkeit. Ich hatte mir selbst bewiesen, dass ich einen Monat ohne Alkohol problemlos durchziehen kann.
Die Herausforderungen – trotzdem Teil des Lebens
Natürlich gab es Momente, in denen ich kurz an einem Glas Wein oder Cocktail gezweifelt habe – gerade bei gesellschaftlichen Höhepunkten. Aber ich merkte: es ist völlig okay, bewusst Alternativen zu wählen und nicht automatisch mitzutrinken, nur weil andere es tun. Für mich war das ein wichtiger Lernprozess: Genuss funktioniert auch ohne Alkohol. Man muss sich nur trauen, das auszuprobieren.
Mein Fazit – und warum ich weitermache
Nach vier Wochen Dry January fühle ich mich klarer, fitter, energiegeladener. Aber ich merke auch: Ich bin neugierig, wie sich mein Körper und meine Psyche noch weiter verbessern, wenn ich den Verzicht fortsetze. Deshalb habe ich beschlossen: Im Februar geht es für mich mit dem Dry February weiter. Es geht mir nicht darum, dauerhaft komplett auf Alkohol zu verzichten, sondern bewusst zu erleben, wie sich mein Wohlbefinden verändert, wenn ich ihn für längere Zeit reduziere.
Mein erster Dry January war nicht nur eine körperliche, sondern auch eine mentale Reise. Ich habe gelernt: Es ist möglich, den eigenen Konsum bewusst zu steuern, kleine Veränderungen haben große Wirkung, und ja, man kann auch ohne Alkohol Spaß haben!