Pilates ist DER absolute Fitness-Hype des Jahres. Egal wo man hinschaut: Die Instagram-Stories sind voll von ästhetischen Workouts auf Reformer-Geräten oder der Matte und an jeder Ecke sperrt ein neues Studio auf. Doch Experten schlagen Alarm: Hinter dem Trendsport kann eine echte Gefahr lauern.
Egal ob auf der Matte oder am hippen „Reformer“-Gerät, Pilates verspricht den Traumkörper: Es soll die Körperhaltung verbessern, die Rumpfmuskulatur stärken und die Beweglichkeit fördern. Doch hinter der schönen Fassade der neuen schicken Pilates-Studios lauert oft ein massives Qualitätsproblem. Da es in Österreich keine einheitlichen Regelungen für die Eröffnung eines Studios gibt, kann fast jeder zum „Vorturner“ werden. Die Folge: Wer an den falschen Trainer gerät, riskiert schwere Verletzungen statt Fitness-Erfolgen.
Gefährlicher Pilates-Hype
Kaum zu glauben, aber wahr: Wer in Österreich ein Pilates-Studio eröffnen möchte, muss dafür keinerlei spezifische Ausbildungen oder Qualifikationen vorweisen! Die Eröffnung gleicht einem gesetzlichen Graubereich ohne einheitliche Regelungen. Obwohl Studios mit den beliebten (und komplexen) Reformergeräten offiziell als Fitnessstudios angemeldet werden müssen und reines Matten-Pilates als „unterrichtende Tätigkeit“ gilt, fehlt es an strengen Vorgaben für das Personal. Das bedeutet im Klartext: Theoretisch kann sich fast jeder Pilates-Trainer nennen und ein Studio eröffnen.
Qualitätsstandards werden nicht erfüllt
Karin Gerhartl, Branchensprecherin der Wirtschaftskammer (WKO) für den Bereich Fitness, sieht diesen Boom im ORF-Interview äußerst kritisch. Sie warnt vor schwarzen Schafen: „Wenn innerhalb weniger Tage Ausbildungen angeboten werden und mit gesundheitsbezogenen Versprechen geworben wird, entsteht ein reales Risiko für die Kunden.“ Ohne fundiertes Wissen über Anatomie und Krankheitsbilder können Übungen auf den komplexen Pilates-Geräten schnell nach hinten losgehen.
Studios in Gefahr
Neben den gesundheitlichen Risiken sind viele Studiobetreiber auch mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert. Denn unabhängig davon, welche Trainingsform angeboten wird: Die Betreiber tragen die volle Verantwortung für ihre Kunden. Kommt es zu Verletzungen oder Schäden durch falsche Anleitung, drohen zivilrechtliche Folgen.
„Je geringer die Qualifikation des Personals ist, desto größer kann im Schadensfall die Frage der Haftung werden“, bringt es WKO-Sprecherin Gerhartl im ORF-Interview auf den Punkt. Ein Aspekt, der laut ihr vielen neuen und unerfahrenen Anbietern überhaupt nicht bewusst sei.
Augen auf bei der Studio-Wahl
Pilates bleibt ein fantastischer Sport für Körper und Geist, aber nur, wenn er richtig angeleitet wird. Wer sich dem Trend anschließen möchte, sollte sich nicht nur von einem ästhetischen Instagram-Feed blenden lassen. Zertifikate, fundierte Ausbildungen (die länger als ein Wochenende dauern) und eine Mitgliedschaft im Pilates Verband sind gute Indikatoren dafür, dass Sie in sicheren Händen sind.