Mykonos, Santorin, Kreta – Griechenlands große Inselstars ächzen Jahr für Jahr unter Besuchermassen. Doch abseits der bekannten Hotspots zeigt sich die Ägäis von ihrer ursprünglichsten Seite: ruhig, authentisch und nachhaltig. Wir verraten, welche Geheimtipp-Inseln noch nicht überlaufen sind.
Überfüllte Strände, ausgebuchte Hotspots und Inseln, die im Sommer aus allen Nähten platzen – der Massentourismus hat in Griechenland längst seine Spuren hinterlassen. Umso wichtiger werden Alternativen, die Entlastung bringen und gleichzeitig neue Reiseziele abseits der bekannten Routen erschließen.
Genau hier setzt die GR-eco-Islands-Initiative an: Ausgewählte Inseln werden zu nachhaltigen Vorzeigeregionen entwickelt – mit erneuerbarer Energie, umweltfreundlicher Mobilität und einem Tourismus, der bewusst auf mehr Ruhe und Qualität statt auf Masse setzt. So entstehen griechische Inselparadiese, die noch nicht im Fokus der großen Besucherströme stehen und ihren ursprünglichen Charme bewahrt haben.
Wer Griechenland also noch ohne Insta-Schlangen, überfüllte Beachclubs und Kreuzfahrermassen erleben möchte, sollte diese drei Inseln kennen.
Poros: Die entspannte Insel nahe Athen
Poros gilt noch immer als Geheimtipp – obwohl die Insel nur rund eine Stunde per Fähre von Athen entfernt liegt. Im Saronischen Golf gelegen und nur durch einen schmalen Meereskanal vom Peloponnes getrennt, empfängt Poros seine Gäste mit einer Gelassenheit, die man auf vielen griechischen Inseln längst vergeblich sucht.
Die kleine Vulkaninsel besteht aus zwei Teilen: Während sich im charmanten Hafenort das Leben zwischen Cafés, Fischerbooten und neoklassizistischen Häusern abspielt, wartet auf der grüneren Seite ein Naturparadies mit Pinienwäldern, versteckten Buchten und ruhigen Wanderwegen. Statt Party-Hotspots gibt es hier kristallklares Wasser, kleine Badebuchten und Sonnenuntergänge ohne Gedränge. Besonders schön: der Strand Limanaki tis Agapis – übersetzt „kleiner Strand der Liebe“ – oder die ruhige Bucht von Megalo Neorio.
Auch Kulturfans kommen auf ihre Kosten. Hoch über der Insel wacht der berühmte Uhrturm von Poros über den Hafen und bietet einen spektakulären Blick aufs Meer. Und selbst Hollywood hat hier Spuren hinterlassen: In der historischen Villa Galini logierte einst Filmikone Greta Garbo.
Das Lebensgefühl hier: „Siga siga“ – immer mit der Ruhe.
Chalki: Autofrei, bunt und wunderbar entschleunigt
Chalki – auch Halki genannt könnte kaum idyllischer sein. Zwischen Rhodos und Kos gelegen, scheint die kleine Insel fast aus der Zeit gefallen zu sein. Schon bei der Ankunft im Hafen von Nimborio wirkt alles wie ein Griechenland-Postkartenmotiv: pastellfarbene Häuser im venezianischen Stil, kleine Fischerboote, Tavernen direkt am Wasser und Windmühlen auf den Hügeln.
Das Beste daran: Es gibt kaum Autos. Eine Autovermietung sucht man hier vergeblich – braucht man aber auch nicht. Die Insel ist klein genug, um alles entspannt zu Fuß zu entdecken. Wer durch die Gassen spaziert, entdeckt mosaikverzierte Innenhöfe, historische Fassaden und ganz viel Ruhe. Nur etwa 300 Menschen leben dauerhaft auf Chalki. Genau das macht den besonderen Reiz aus: keine Hektik, kein Verkehr, keine großen Hotelketten.
Im Inselinneren wartet mit dem verlassenen Dorf Chorio ein fast mystischer Ort. Darüber erhebt sich eine mittelalterliche Johanniterburg aus dem 14. Jahrhundert, von der aus sich ein traumhafter Blick über die Küste eröffnet.
Auch Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Viele Strände sind nur zu Fuß oder per Boot erreichbar und wirken deshalb fast unberührt. Besonders schön sind Potamos, Kania und die felsige Ftenagia-Bucht mit ihrem glasklaren Wasser. Taucher lieben Chalki wegen der außergewöhnlichen Sichtweiten von bis zu 40 Metern und versteckter Höhlen sowie Schiffswracks unter Wasser. Wanderfans wiederum finden auf der Insel zahlreiche Wege zu abgelegenen Kapellen, Aussichtspunkten und einsamen Buchten.
Astypalea: Das entspannte Schmetterlings-Eiland
Astypalea gehört zwar offiziell zum Dodekanes, erinnert optisch aber stark an die Kykladen. Weiße Häuser mit blauen Fensterläden, kleine Kirchen mit blauen Kuppeln und enge Gassen verleihen der Insel ihren typisch griechischen Bilderbuchcharme. Besonders außergewöhnlich ist die Form der Insel: Von oben betrachtet erinnert Astypalea tatsächlich an einen Schmetterling.
Die Insel machte bereits vor einigen Jahren Schlagzeilen, als sie begann, sich zur nahezu emissionsfreien Modellinsel zu entwickeln. Heute setzt Astypalea verstärkt auf nachhaltige Mobilität und sanften Tourismus – fernab vom Trubel der großen Inseln.
Die Hauptstadt Chora zählt zu den schönsten Griechenlands. Weiß getünchte Häuser ziehen sich den Hügel hinauf bis zu einer venezianischen Burg, die abends stimmungsvoll beleuchtet wird. Schon die Einfahrt mit der Fähre wirkt wie eine Filmszene.
Auf Astypalea geht alles langsamer – und genau das macht den Zauber aus. Statt Beachclubs warten einsame Badebuchten, kleine Tavernen und Wanderwege durch die felsige Landschaft. Besonders beliebt ist der Strand Livadi mit Blick auf die Burg von Chora. Wer es noch ruhiger mag, fährt weiter nach Agios Konstantinos oder entdeckt versteckte Buchten, die teilweise nur mit kleinen Booten erreichbar sind.