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Weltkrebstag: Die häufigsten Krebsarten bei jungen Menschen
04.02.2026Weltkrebstag: Die häufigsten Krebsarten bei jungen Menschen
Heute ist Weltkrebstag (04. Februar), ein guter Anlass, über ein Thema zu sprechen, das viele noch immer vor allem mit dem höheren Lebensalter verbinden. Die Realität sieht leider anders aus: Auch junge Menschen sind von Krebs betroffen und bei einigen Krebsarten steigen die Erkrankungszahlen sogar.
Wichtig vorweg: Dieser Artikel soll keine Angst machen. Sondern sensibilisieren. Denn gerade bei jungen Menschen gilt sehr oft: Früh erkannt = sehr gute Heilungschancen. Hier sind die Krebsarten, die bei jungen Erwachsenen besonders häufig vorkommen.
1. Darmkrebs
Tatsächlich erkranken heute mehr junge Menschen an Darmkrebs als noch vor einigen Jahren. Das zeigen Auswertungen von Krankheitszahlen. Besonders deutlich ist der Anstieg bei den 20- bis 29-Jährigen. Aber auch bei Menschen zwischen 30 und 39 Jahren nehmen die Fälle zu. Frauen sind in beiden Altersgruppen seltener betroffen als Männer.
Was das Problem dabei ist: Die Beschwerden sind oft unspezifisch und werden gerade von jungen Menschen selten mit Darmkrebs in Verbindung gebracht.
Typische mögliche Symptome sind unter anderem:
- anhaltende Veränderungen der Verdauung, also zum Beispiel häufiger Durchfall oder Verstopfung
- Blut im Stuhl
- ungeklärte Bauchschmerzen oder Krämpfe
- ein anhaltendes Gefühl, dass der Darm nicht vollständig entleert ist
- unerklärlicher Gewichtsverlust
- Müdigkeit und Leistungsabfall
Warum Darmkrebs bei jungen Menschen insgesamt zunimmt, ist noch nicht vollständig geklärt.
2. Hodenkrebs
Hodenkrebs ist der häufigste solide Tumor bei Männern zwischen 20 und 34 Jahren.
Typische erste Anzeichen sind:
- ein schmerzloser Knoten im Hoden
- eine Schwellung oder Verhärtung
Die Krankheit ist oft sehr gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Die Heilungschancen liegen bei rund 95 Prozent.
3. Schilddrüsenkrebs
Auch Schilddrüsenkrebs tritt zunehmend bei jungen Menschen auf. Frauen erkranken dabei etwa dreimal häufiger als Männer. Das Tückische: Diese Krebsart verursacht zu Beginn oft kaum auffällige Beschwerden.
Mögliche Frühwarnzeichen sind:
- kleine Knötchen oder Schwellungen im Hals
- Heiserkeit
- chronischer Husten ohne Infekt
- Schluckbeschwerden
Die meisten Knoten in der Schilddrüse sind gutartig. Bösartige Veränderungen können sich jedoch in die Lymphknoten oder andere Bereiche des Halses ausbreiten und werden deshalb oft erst spät entdeckt.
4. Melanom
Das Melanom ist die tödlichste Form von Hautkrebs. Gerade junge Menschen, die in Zeiten des starken Bräunungstrends aufgewachsen sind, erkranken zunehmend daran. Ein Melanom kann sich überall am Körper bilden, nicht nur an sonnenexponierten Stellen, sondern auch an Schleimhäuten. Das macht die Früherkennung besonders schwierig.
Typische frühe Anzeichen sind:
- Leberflecke, die sich in Größe, Farbe oder Form verändern
- neue, auffällige Pigmentflecken
Viele junge Menschen nehmen solche Veränderungen nicht ernst, weil sie sie für normale Hautveränderungen oder Folgen der Sonne halten. Dabei ist gerade beim Melanom eine frühe Diagnose entscheidend. Die Überlebensrate liegt bei frühzeitiger Entdeckung bei rund 94 Prozent.
5. Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome: Blutkrebs
Diese beiden Krebsarten betreffen das lymphatische System.Typische Beschwerden können sein:
- vergrößerte Lymphknoten am Hals, in den Achseln oder in der Leiste
- anhaltende Müdigkeit
- unerklärlicher Gewichtsverlust
- Nachtschweiß
Gerade bei jungen Menschen werden diese Symptome oft als harmlose Infekte oder als Stressreaktion abgetan. Das führt leider nicht selten zu einer verspäteten Diagnose. Die Ursachen sind nur teilweise bekannt.
Mögliche Risikofaktoren für ein Hodgkin-Lymphom sind unter anderem:
- angeborene oder erworbene Störungen des Immunsystems (zum Beispiel durch HIV)
- das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber)
- möglicherweise auch Tabakkonsum
Bei Non-Hodgkin-Lymphomen kommen zusätzlich infrage:
- Autoimmunerkrankungen
- frühere Chemotherapien
- radioaktive Strahlung
- bestimmte Bakterien wie Helicobacter pylori
- Kontakt mit Benzol und ähnlichen Stoffen
- Auch familiäre Vorbelastung kann das Risiko leicht erhöhen.
Die gute Nachricht: Beide Lymphomformen sprechen oft gut auf Therapien an. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 87 Prozent beim Hodgkin-Lymphom und bei rund 72 Prozent beim Non-Hodgkin-Lymphom.
Krebs ist kein Thema, das nur ältere Menschen betrifft. Gerade bei jungen Erwachsenen werden Symptome häufig zu lange ignoriert, weil man sich gesund fühlt und eine ernste Erkrankung schlicht nicht erwartet.