Schwerer Vorwurf
"Betrüger-Gen": Raab mit antisemitischen Ofarim-Spruch
03.02.2026
Schwerer Vorwurf gegen Stefan Raab und seine RTL-Show: Ausgerechnet am Internationalen Holocaust-Gedenktag unterstellt er Gil Ofarim in einem Einspieler, dass er "Betrüger-Gene" habe.
Am 27. Jänner, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde der Einspieler in der "Stefan Raab Show" ausgestrahlt. In einem Segment beschäftigte sich Raab mit dem umstrittenen Dschungelcamp-Teilnehmer Gil Ofarim (43).
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Die bekannte Off-Stimme sagt: "Das musikalische Talent hat er von seinem Vater Abi Ofarim, der in Wirklichkeit kein Abi hatte." Kurze Zeit später wird ein Markthändler gezeigt, welcher seine Äpfel in eine Tüte wirft.
Schwerer Vorwurf
Doch einige der Äpfel landen, klar absichtlich, in seinem schwarzen Einkaufstrolley. Der Mann klaut. Die Off-Stimme behauptet: "Das bringt uns zum Betrüger-Gen von Gil, das er seinem Onkel Samuel zu verdanken hat." Weiter wird im Einspieler erzählt: "Trotz des großen Skandals ist er natürlich ein Ausnahmetalent, das vor allem in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen landet." Dabei werden ultraorthodoxe Männer beim wilden Tanz gezeigt.
Der Vorwurf: Der Beitrag bedient sich bei Klischees über jüdisches Leben und die offensichtliche Verwendung antisemitischer Metaphern, die Juden als betrügerisch präsentieren.
Ayala Goldmann schreibt in der "Jüdischen Allgemeine", dass man das Segment "nicht anders nennen kann als antisemitisch". Ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag signalisiert die Ausstrahlung des Einspielers, dass Antisemitismus im deutschen Fernsehen "normal und sogar lustig" sei.
RTL reagiert
Gegenüber der "Bild" erklärt ein Sprecher des Senders: "Der Beitrag setzt sich mit der Person Gil Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe auseinander, insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls. Anlass für die humoristisch überspitzte Befassung mit seiner Person war ausschließlich dieses Verhalten und die mediale Inszenierung der eigenen Person. Im Rahmen der Sendung wurden alle Dschungelcamp-Teilnehmenden dem Zuschauer satirisch nähergebracht; hierzu kamen bewusst überzeichnete, fiktionale und teils absurde Bilder und Geschichten zum Einsatz."
RTL hat die Sendung vom 27. Jänner schon entfernt. Der Sprecher: "RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen."