Opernhit der Woche
„Wozzeck“ bringt U3-Station und AMS-Servicestelle an die Staatsoper
08.04.2026Am Donnerstag startet die Wiederaufnahme von „Wozzeck“ an der Wiener Staatsoper“ Franz Welser-Möst dirigiert und Simon Stone liefert dabei viel Lokalkolorit.
„Alban Bergs ‚Wozzeck‘ ist zweifellos ein Wurf. Verpackt in seiner objektiven Kürze wird ungemein dicht, konzis und stringent die Geschichte einer von der Gesellschaft ausgestoßenen, gepeinigten menschlichen Kreatur erzählt.“ Franz Welser-Möst gibt die Direktiven zum Opernhit der Woche. Ab Donnerstag (9 April) startet die Wiederaufnahme von „Wozzeck“ an der Wiener Staatsoper. Das Werk, das seit der Staatsopern--Erstaufführung 1930 als eines der wichtigsten im Repertoire des Hauses am Ring gilt, wird seit 2022 in der Inszenierung von Simon Stone neu zur Diskussion gestellt.
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Unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst übernimmt Johannes Martin Kränzle wieder die Titelpartie der gepeinigten Kreatur „Wozzeck“, die sich auch dem Doktor (Dmitry Belosselskiy ) für fragwürdige medizinische Experimente – wie eine Bohnen- und Schöpsenfleischdiät – zur Verfügung stellt. Dazu sind Marlis Petersen bei ihrem Staatsopern-Debüt als Marie. Dmitry Golovnin in seinem Rollendebüt als Tambourmajor und Jörg Schneider als Hauptmann zu hören.
Simon Stone (o.) zeigt "Wozzeck" auch in der U3.
Simon Stone lässt „Wozzeck“ dabei nicht nur in der Gegenwart, sondern zusätzlich in Wien spielen: Auch in einer Wiener U-Bahnstation (Simmering) oder vor einer AMS-Servicestelle. Dabei schildert er eine äußere Sicht auf das Leben des Underdogs Wozzeck, seine Beziehungen zu den anderen Menschen und seine Umgebung. Dass Wozzeck durch den Mord an seiner Lebensgefährtin Marie ein Femizid begeht, also seinerseits zum Täter wird, ist für Simon Stone allerdings nicht aus seiner Opferrolle heraus zu erklären. Der Einzige, der in diesem Werk wirklich keine Schuld auf sich lädt, ist für ihn der als Vollwaise zurückbleibende kleine Sohn Wozzecks und Maries.