Nach Wochen voller Konflikte und Turbulenzen gibt es jetzt eine überraschende Entscheidung. Die Salzburger Festspiele bekommen eine neue Führung und erstmals steht eine Frau auf der Spitze.
Die ehemalige Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann wird zur Interims-Intendantin der Salzburger Festspiele. Das gab das Kuratorium am Dienstag bekannt. Die 72-Jährige folgt damit vorübergehend auf den beurlaubten Intendanten Markus Hinterhäuser. Ihre Aufgabe ist klar: Sie soll die Festspiele führen, bis eine neue Leitung gefunden ist, voraussichtlich bis Herbst 2027.
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Mit Karin Bergmann übernimmt eine erfahrene Kulturmanagerin das Ruder und sorgt damit für einen echten Paukenschlag. "Sie bestreitet damit die Umsetzung des Spiel- und Haushaltsplans der kommenden und der nächsten Festspielsaison", hieß es.
Neues Führungsteam tritt auf
Gemeinsam mit Präsidentin Kristina Hammer und dem Kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz bildet Bergmann nun die neue Spitze der Festspiele. Bereits am Mittwoch soll das Trio bei einer Pressekonferenz im Festspielhaus auftreten. Parallel dazu wird die künstlerische Leitung neu ausgeschrieben.
Streit brachte alles ins Rollen
Die aktuelle Entwicklung geht auf einen Konflikt rund um die Nachfolge der Schauspielchefin zurück. Nach der Trennung von Marina Davydova hatte das Kuratorium ein transparentes Auswahlverfahren gefordert. Doch nach einem Hearing mit mehreren Kandidaten berichteten Medien, dass Hinterhäuser Bergmann als Favoritin genannt haben soll, obwohl sie am Verfahren gar nicht teilgenommen hatte.
Dieses Vorgehen sorgte im Kuratorium für massiven Unmut. Die Vorsitzende Karoline Edtstadler sprach von einem Verstoß gegen vertragliche Regeln. In einer darauffolgenden Sitzung musste sich Hinterhäuser erklären, die laut Teilnehmern äußerst turbulent verlief. Schließlich wurde entschieden, seinen Vertrag nicht wie geplant zu verlängern.
Erste Frau an der Spitze
Mit Bergmann übernimmt nun eine Persönlichkeit, die mit schwierigen Situationen vertraut ist. Bereits 2014 sprang sie kurzfristig an der Spitze des Wiener Burgtheaters ein, nachdem Direktor Matthias Hartmann wegen eines Finanzskandals gehen musste. Damals führte sie das Haus künstlerisch als auch wirtschaftlich erfolgreich durch die Krise.
Auch in Salzburg schreibt sie Geschichte: Bergmann ist die erste Frau, die die Salzburger Festspiele leitet. Bereits im Burgtheater war sie in dieser Rolle eine Pionierin, nun folgt der nächste große Schritt in ihrer Karriere. Die Herausforderungen sind enorm. Das Festival beginnt bereits in wenigen Monaten, das aktuelle Programm wurde noch von ihrem Vorgänger zusammengestellt.