Die Wiener Staatsoper bringt am 9. April Alban Bergs packendes Sozialdrama „Wozzeck“ zurück auf die Bühne – eine Produktion unter Franz Welser-Möst, die die menschliche Tragik in ihrer reinsten, beklemmendsten Form offenlegt.
Seit seiner Erstaufführung im Haus am Ring im Jahr 1930 gilt Alban Bergs „Wozzeck“ als einer der unumstrittenen Pfeiler des modernen Repertoires. Nun kehrt das erschütternde Meisterwerk in der vielbeachteten Inszenierung von Simon Stone zurück auf den Spielplan. Ab dem 9. April 2026 wird die Produktion, die bereits bei ihrer Premiere im Jahr 2022 für intensive Diskussionen sorgte, erneut das Wiener Publikum in ihren Bann ziehen.
Musikalische Stringenz unter Welser-Möst
Am Pult des Staatsopernorchesters steht mit Franz Welser-Möst ein Dirigent, der die ungemeine Dichte dieses Werkes meisterhaft zu deuten weiß. Berg komprimierte in seiner Oper das Schicksal eines von der Gesellschaft ausgestoßenen Individuums auf eine fast schmerzhafte Kürze. Für Welser-Möst liegt die Kraft des Stücks gerade in dieser Konzentration: „Alban Bergs Wozzeck ist zweifellos ein Wurf. Verpackt in seiner objektiven Kürze wird ungemein dicht, konzis und stringent die Geschichte einer von der Gesellschaft ausgestoßenen, gepeinigten menschlichen Kreatur erzählt“, so der Maestro über das Werk.
Anja Kampe (Marie) und Christian Gerhaher (Wozzeck)
Besonders das tragische Finale, das „Hopp, hopp“ des unschuldigen Kindes am Schluss, markiert für ihn den emotionalen Höhepunkt, an dem die ganze Grausamkeit der Handlung durch die Unschuld der nächsten Generation erfahrbar wird.
Hochkarätiges Ensemble und Rollendebüts
Die Besetzung der Wiederaufnahme verspricht einen Abend auf höchstem gesanglichem Niveau. Johannes Martin Kränzle wird erneut in der Titelpartie zu erleben sein – eine Rolle, die er bereits in der Vergangenheit mit beklemmender Intensität füllte. Ein besonderes Highlight markiert das Hausdebüt von Marlis Petersen, die erstmals an der Staatsoper als Marie zu hören sein wird.
Flankiert werden sie von Dmitry Golovnin, der als Tambourmajor sein Rollendebüt am Haus gibt, sowie Jörg Schneider in der Partie des Hauptmanns. Gemeinsam erwecken sie Simon Stones Inszenierung zu neuem Leben, die das zeitlose Drama um Armut, Wahnsinn und soziale Kälte in einen modernen Kontext stellt.
Aufführungstermine & Karten
Wer diese dichte Erzählung über die Abgründe der menschlichen Existenz erleben möchte, hat an drei Abenden im April die Gelegenheit dazu:
Termine: 9., 11. und 13. April 2026
Ort: Wiener Staatsoper
Karten: Erhältlich unter www.wiener-staatsoper.at