Neue Studie enthüllt

So viel weniger verdienen Frauen in Österreich immer noch

05.03.2026

Pünktlich zum Internationalen Frauentag zeigt eine neue Allianz-Studie: Frauen in Österreich verdienen nach wie vor deutlich weniger als Männer. Zwar gibt es Fortschritte, doch der Trend verlangsamt sich und im internationalen Vergleich schneidet Österreich schlecht ab. 

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Die Studie „Closing the Gender Income Gap: From Paycheck to Pension“ analysiert 14 OECD-Länder und drei Generationen (Geburtsjahrgänge 1975, 2000 und 2025). Das Ergebnis: Frauen haben in den letzten Jahrzehnten zwar aufgeholt, doch ihr kumuliertes Lebenseinkommen liegt nach wie vor deutlich unter dem der Männer. Besonders für die heutige Generation Z sieht es schlecht aus.

So viel verdient eine Frau in ihrem gesamten Leben weniger als ein Mann

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„Eine heute 26-jährige Frau wird über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg im Durchschnitt rund 1,24 Millionen Euro weniger verdienen als ein gleichaltriger Mann“, erklärt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz. Diese Zahl umfasst das gesamte Lebenseinkommen – inklusive Sparzinsen, Kapitalerträgen und späteren Pensionsansprüchen.

Österreich international eher Schlusslicht

Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick über die Grenzen. Während Schweden es voraussichtlich schaffen wird, dass Frauen des Jahrgangs 2025 über ihr Erwerbsleben hinweg sogar leicht mehr verdienen könnten als Männer (-2,4 %), dümpelt Österreich im Schlussfeld herum. Platz 11 von 14 untersuchten Ländern ist ein klares Signal: Hierzulande läuft etwas falsch. (Das absolute Schlusslicht bildet übrigens die Schweiz mit einer Lücke von über 32 Prozent).

Hauptursache: Teilzeit

Der größte Treiber der Einkommensunterschiede ist die hohe Teilzeitquote.

  • 52 Prozent der Frauen zwischen 25 und 49 Jahren arbeiten in Österreich Teilzeit.
  • Bei den Männern derselben Altersgruppe sind es gerade einmal 11 Prozent.

Weniger Stunden bedeuten weniger Gehalt. Weniger Gehalt bedeutet weniger Geld zum Sparen und Investieren. Und das wiederum führt unweigerlich zu deutlich geringeren Pensionen. Es ist eine gefährliche Kettenreaktion, die das Risiko von Altersarmut für Frauen drastisch erhöht.

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„Der Gender Pay Gap ist in den letzten Jahren zurückgegangen, doch wir sind noch lange nicht am Ziel“, warnt auch Sabine Stöger, Chief Financial Officer der Allianz Österreich. Echte Chancengleichheit müsse über das gesamte Berufsleben bis hin zur Pension gelten.

Was sich jetzt ändern muss

Wenn alles so weitergeht wie bisher, wird die Einkommenslücke selbst im Jahr 2100 (!) noch bei 17 Prozent liegen. Um diesen Stillstand zu durchbrechen, fordert Katharina Utermöhl, Head of Thematic and Policy Research bei der Allianz, konkrete Reformen:

  • Mehr bezahlbare Kinderbetreuung
  • Abbau steuerlicher Nachteile für Zweitverdienende
  • Bessere Bedingungen für Vollzeit- oder vollzeitnahe Arbeit
  • Förderung von Frauen beim Zugang zu Produktivitätsgewinnen, z. B. durch KI-Nutzung
  • Bessere Finanzbildung, frühzeitiges Investieren und das Nutzen des Zinseszinseffekts sind entscheidend.

Der Weg zur echten finanziellen Gleichstellung ist in Österreich noch lang. Es reicht nicht mehr, nur den Stundenlohn anzupassen – die Rahmenbedingungen müssen es Frauen endlich ermöglichen, ihr volles finanzielles Potenzial auszuschöpfen. Vom ersten Gehaltszettel bis zur Pension.

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