Smart-BH

Anti-Fremdgeh-BH aus Japan geht viral und sorgt für heftige Diskussionen

26.01.2026

In Japan sorgt ein BH für Aufsehen: Der „Smart-BH“ der Studentin Yuki Aizawa lässt sich nur per Fingerabdruck des Partners öffnen. Statt klassischer Verschlüsse setzt das Kleidungsstück auf biometrische Technologie. Doch der virale „Anti-Fremdgeh-BH“spaltet die Meinungen.

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Wir leben in einer Zeit, in der wir Türen mit dem Finger öffnen, Handys mit dem Gesicht entsperren und Fitnessdaten mit der Cloud teilen. Dass nun auch Unterwäsche mit biometrischen Schlössern ausgestattet wird, wirkt auf den ersten Blick nur wie der nächste logische Schritt der Wearable-Technologie. Doch ein BH ist kein Smartphone – er ist ein Kleidungsstück, das direkt auf der Haut, am Körper, an der Intimsphäre sitzt.

Die Idee, dass sich ein BH nur dann öffnen lässt, wenn ein bestimmter Mann seinen Finger auflegt, ist alles andere als harmlos. Denn sie verwandelt Nähe in eine Zugangsberechtigung und Intimität in ein Sicherheitssystem.

Wenn Vertrauen durch Kontrolle ersetzt wird

Das erklärte Ziel des Prototyps: Untreue verhindern. Doch genau hier liegt das Problem. Fremdgehen ist kein technisches Versagen – es ist ein Beziehungsthema. Wer glaubt, man könne Treue mit einem biometrischen Schloss erzwingen, hat den Kern von Beziehungen nicht verstanden.

Oder noch deutlicher: Wenn ein Mann den Schlüssel zum Körper einer Frau besitzt, ist das keine Liebe – das ist Besitzdenken. Gerade Frauen wissen aus Erfahrung, wie schnell Kontrolle als Fürsorge verkauft wird. „Ich will dich nur schützen“, heißt es – und plötzlich wird das eigene Verhalten überwacht, der Körper reguliert, die Freiheit eingeschränkt. Ein BH, der nur mit männlicher Autorisierung aufgeht, ist das digitale Abbild dieses alten Musters.

Der Körper ist kein Passwort

Besonders brisant ist auch der Aspekt der biometrischen Daten. Fingerabdrücke sind hochsensible Informationen – und sie gehören zum Körper selbst. Sie in ein Kleidungsstück einzubauen, das theoretisch hackbar, kopierbar oder manipuliert werden könnte, öffnet die Tür für Missbrauch. Die Vorstellung, dass der Zugang zu einem weiblichen Körper technisch verwaltet wird, wirkt nicht futuristisch – sondern dystopisch.

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Ein viraler Gag mit bitterem Beigeschmack

Zwar betont die Designerin, dass der BH nie für den Verkauf gedacht war, sondern als provokantes Kunstprojekt. Doch gerade die enorme Begeisterung im Netz zeigt, wie normalisiert Kontrolle in Beziehungen inzwischen geworden ist. Viele Kommentare feierten die Idee als „clever“ oder „romantisch“ – als wäre es etwas Liebenswertes, den Körper einer Frau technisch zu verriegeln.

Fazit: Technik kann vieles aber sie darf uns nicht entmündigen

Der Smart-BH aus Japan ist mehr als ein kurioses Gadget. Er ist ein Symbol für eine gefährliche Denkweise: dass Vertrauen durch Überwachung ersetzt werden kann – und Intimität durch Kontrolle. Gerade in einer Welt, in der Frauen noch immer um Selbstbestimmung kämpfen, braucht es eine klare Haltung: Unser Körper gehört uns. Nicht einem Fingerabdruck.

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