Mordversuch
53-Jähriger schoss auf Schwager und attackierte ihn mit Hammer
23.01.2026Ein Familienstreit eskalierte völlig: Ein Steirer schoss mit einer Pistole auf seinen Schwager und attackierte ihn mit einem Hammer. Zudem würgte er seine Ehefrau.
Stmk. Ein 53-Jähriger ist am Freitag wegen versuchten Mordes in Graz vor einem Geschworenensenat gestanden. Der Mann soll im Juli 2025 seinen Schwager durch zwei Schüsse und mehrere Hammerschläge schwer verletzt haben. Ihm wird auch vorgeworfen, seine Ehefrau im Zuge eines Streits gewürgt zu haben. Das Opfer wurde an Schulter und Oberschenkel sowie am Kopf verletzt, der Angeklagte fühlte sich großteils nicht schuldig.
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Der Vorfall geschah am späten Abend des 2. Juli. An diesem Tag kam der 53-Jährige nach Hause und trank einige Biere, bis seine Frau gegen 22 Uhr nach Hause kam. Es kam zum Streit, er will die Ehefrau "nur weggeschupft" haben. Sie hatte allerdings rote Flecken am Hals und gab an, ihr Mann habe sie gewürgt. Die Tochter wollte die Polizei rufen, doch die Frau rief ihren Bruder an.
Angst vor Schwager führte zu Schüssen
"Da habe ich Panik bekommen", erklärte der Beschuldigte. "Warum?", fragte Richterin Angelika Hacker. "Weil sie den Bruder ruft und nicht die Polizei", gab der Befragte an. Der Schwager sei nämlich einen Kopf größer als er und 20 Jahre jünger. Also zog er sich eine dicke Jacke an - zum Schutz. "Er hat gedacht, er wird jetzt richtig vermöbelt", meinte Verteidiger Bernhard Lehofer. Bei der Jacke allein beließ er es aber nicht, er steckte auch noch eine Schusswaffe ein.
Der Schwager kam und soll ihn übel beschimpft sowie gedroht haben, ihn umzubringen. Dann kam es zu einem Gerangel, die beiden fielen zu Boden. Er biss den Angreifer in den Arm und konnte sich befreien. Als er wieder stand, schoss er in einer Entfernung von rund drei Metern auf seinen Schwager. Er traf ihn an Schulter und Oberschenkel. Dann lief er hinaus und holte noch einen Hammer, mit dem er dem Verletzten auf den Kopf schlug. Ob das Opfer dabei am Boden lag oder nicht, ließ sich vorerst nicht genau klären.
"Wollte meinem Schwager nie weh tun"
"Es war eine kleine Waffe mit Miniprojektilen, eine umgebaute Schreckschusspistole", beschrieb der Verteidiger. "Ich habe nie vorgehabt, ihm weh zu tun, ich wollte nur, dass er mein Haus verlässt", rechtfertigte sich der 53-Jährige. Die Waffe hatte er einmal in einem Auto, das er mit seiner Firma abgeschleppt hatte, gefunden. "Warum nimmt man die mit nach Hause?", interessierte die Richterin. "Das war blöd", lautete die knappe Antwort.
Ob es am Freitag ein Urteil gibt, ist noch nicht klar.