Empörung und Wut steigen
Aufstand der Wirte & Hoteliers
Wien. Nur im Burgenland, in Tirol und Vorarlberg machen alle Branchen ab Sonntag, 0 Uhr, auf. Überall sonst heißt es für Lokal- und Hotelbetreiber weiter „Bitte warten!“.
Mit Empörung reagieren die Betroffenen. „Das halte ich für eine völlig sachbefreite und falsche Entscheidung“, sagt Michaela Reitterer, Präsidentin der Hoteliervereinigung. Vor allem für Wien versteht sie den weiteren Hotel-Lockdown gar nicht: Hier gab es laut Reitterer keinen Hotel-Cluster und die Infrastruktur für PCR-Tests sei vorbildlich.
Bleiben zu. „Auch der Gastronomie fehlt jedes Verständnis, dass man erst später öffnen darf“, sagt Peter Dobcak, Gastronomie-Obmann der Wirtschaftskammer, zu ÖSTERREICH: „Ob wir dann noch aufsperren, ist die Frage.“ Die frühere Sperrstunde (23 Uhr) fällt kaum mehr ins Gewicht: „Wir werden sowieso nur sehr wenig Geschäft machen, in der Weihnachtszeit bleiben die Menschen zu Hause.“
Forderung. Mehr als 30 Spitzenvertreter der Gastronomen, Hoteliers, Lebensmittelerzeuger und Winzer haben sich unter dem Hashtag „Wir sind mehr als relevant“ zusammengetan. In einem sechsminütigen Video fordern sie eine Öffnung schon diesen Sonntag.
250.000 Mitarbeiter sind von Schließung betroffen
Sicherheit. „Wir kontrollieren und erfassen jede Person, die zu uns kommt. Mit diesen strengen Sicherheitsstandards muss eine Öffnung möglich sein“, sagen im Video Birgit und Heinz Reitbauer vom Steirereck, dem besten Restaurant Österreichs. „Wir Gastronomen und Hoteliers beschäftigen 250.000 Arbeitnehmer, jeder fünfte Arbeitsplatz in Österreich ist direkt vom Tourismus abhängig“, beschreibt Hotelier Florian Weitzer (betreibt Häuser in Wien, Graz und Salzburg) die Tragweite.
Keine Chance. „Es herrscht Perspektivlosigkeit“, sagt Nachtgastronomiesprecher Stefan Ratzenberger. Grund: Clubs und Bars bleiben weiter zu. Die Branche ist mit einer kurzen Unterbrechung seit fast zwei Jahren geschlossen.