Kind notoperiert
Baby Lina - Eltern wegen Mordversuchs vor Gericht
16.02.2026Das erst zwei Monate alte Mädchen befand sich in Lebensgefahr - die beiden Angeklagten bestreiten vor Gericht die Vorwürfe.
Wien. Wegen versuchten Mordes an ihrem Baby mussten sich am Montag die Eltern vor einem Schwurgericht verantworten. Der Vater, der sich seit Mai in Untersuchungshaft befindet, soll das Kind so geschüttelt haben, dass es Hirnblutungen und Serienrippenbrüche erlitt. Die Mutter muss sich wegen Unterlassung verantworten, weil sie ihrem Kind nicht geholfen haben soll.
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Bei ihrem Geschworenenprozess (Vorsitz: Christina Salzborn) bekannten sich beide Angeklagten als "nicht schuldig". Die Frau gab an, aus Angst vor ihrem Lebensgefährten geschwiegen zu haben bzw. sei ihr nicht bewusst gewesen, wie schwer die Verletzungen des Babys gewesen waren. "Ich wollte doch nicht, dass mein Kind stirbt", sagte sie. Der Anwalt des Vaters, Michael Dohr, wies wiederum zurück, dass sein Klient jemals gewalttätig gegenüber Baby Lina gewesen ist - und implizierte, dass die Mutter (übrigens eine ausgebildete Krankenschwester) für die Verletzungen verantwortlich gewesen sein könnte.
Rippen gebrochen, Blutungen, Hirnschwellung
Die beiden hatten das Kind wegen eines Krampfanfalls Ende Mai 2025 ins Krankenhaus gebracht. Medizinische Untersuchungen des Säuglings ergaben den Misshandlungsverdacht. Das Krankenhaus erstattete Anzeige. Die Ärzte stellten zahlreiche schwere Verletzungen fest. Fast alle Rippen des zwei Monate alten Säuglings waren gebrochen, dazu kamen Hirn- und Netzhautblutungen sowie eine lebensbedrohliche Schwellung des Gehirns durch Flüssigkeitsansammlung. Ohne Notoperation hätte es sterben können.
Der 35-jährige Deutsche (mit Balkan-Wurzeln) soll laut Anklage in zumindest zwei Angriffen zwischen Mitte April und 28. Mai 2025 das Mädchen mehrere Sekunden lang mit voller Wucht geschüttelt haben. Durch das Schütteltrauma können tödlich endende Hirnverletzungen oder lebenslange Schäden die Folge sein. Das Mädchen, dem es mittlerweile den Umständen entsprechend gut gehen soll, befindet sich in einer Pflegefamilie.
"Wusste nicht, was er für ein Monster ist"
In einem Fall wollte die Mutter laut ihrer Aussage bei Gericht das Schütteln auch gesehen haben, wobei dies nicht mit voller Wucht geschehen sei. Generell bestritt die Frau aber, mitbekommen zu haben, dass der Lebensgefährte gewalttätig gegenüber dem Kind gewesen sei. Es habe aber zwei kurze Ohnmachtsanfälle des Babys gegeben, die sie allerdings auf eine Impfung zurückführte. "Ich wusste nicht, was er für ein Monster ist", sagte sie.
Dass der Mann zu Gewalt neigt - der Gutachter empfahl sogar, ihn wegen einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung in einem forensischen Zentrum unterbringen zu lassen -, musste die Frau allerdings schnell lernen. Nachdem sie ihn Anfang 2024 über eine Dating-App kennengelernt hatte, als der Deutsche noch im Gefängnis gewesen war, gab er ihr schon vier Wochen nach seiner Entlassung die erste Ohrfeige.
Danach soll er die Kroatin seit Juli 2024 regelmäßig geschlagen und auch gewürgt haben. Während ihrer Schwangerschaft trat er ihr auch in den Bauch. Dass sich die Frau niemals Hilfe suchte, begründete sie damit, dass der Deutsche ihr ankündigte, "sie überall zu finden", und ihre Familie bedrohte. "Ich hatte Angst vor ihm", so die Kroatin.
Der Prozess wird am Nachmittag mit der Einvernahme des Beschuldigten fortgesetzt. Urteile gab es am Montag noch keines. Der Termin für die Fortsetzung steht noch nicht fest.