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"Django, der Sklave!" Rassismus-Eklat in katholischer Wiener Privatschule

20.02.2026

Zu Fasching verkleideten sich zwei 18-Jährige als Sklave und Sklavenhalter.

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© zvg
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In einer Wiener Privatschule im 18. Bezirk kam es im Fasching zu einem rassistischen Vorfall, der scheinbar ohne Konsequenzen blieb.

"Sklavenhalter" und "Sklave" 

Wie auf einem Video zu sehen ist, das oe24 zugespielt wurde, haben sich zwei 18 Jahre alte weiße Schüler als "Sklavenhalter" und "Sklave" verkleidet. Für die Rolle des Sklaven hat sich einer der Schüler das Gesicht dunkel angemalt (Stichwort "Blackfacing"), eine Perücke aufgesetzt und sich fesseln lassen. Der andere, der komplett weiß angezogene "Sklavenhalter", hält die Seile fest in seiner Hand. 

Man kann das Lachen von ihm und anderen Schülern hören, auch, dass sich der Sklave umdrehen soll. Wie er heißt will jemand wissen? "Django, der Sklave", sagt der "Sklavenhalter" lachend (wohl in Anspielung auf die Figur aus dem Tarantino-Film "Django Unchained").

Lehrperson lacht, statt aufzuklären

Ein zweiter Clip zeigt, wie die Lehrperson lacht und an der Szene nichts Verwerfliches findet. Problematisch: In ihrer Klasse hat sie die Verantwortung, doch statt aufzuklären macht sie Fotos der Szene. Sie als Pädagogin, als Lehrperson nimmt keine Einordnung vor, erklärt den Schülerinnen nicht die Problematik dieser Verkleidung und wo sie historisch einzuordnen ist. 

Direktorin unbeeindruckt

Als nach dem Vorfall ein paar SchülerInnen zur Direktorin der Schule gehen um den Fall zu melden, sieht diese kein Problem, verweist darauf, dass die Darstellung lediglich zu Unterrichtszwecken erfolgte. Medienberichten zufolge soll es mittlerweile Konsequenzen für die Schüler von Seiten der Direktorin gegeben haben, die Lehrerin befindet sich im Krankenstand.

Nun fordern weitere Schülerinnen und Eltern eine vollständige Aufklärung des Vorfalls. Der Tenor: Schule ist dazu da, zu lernen, sich mit Dingen in einem geeigneten Rahmen und mit dem nötigen Kontext auseinanderzusetzen. Diese Verantwortung tragen Lehrende und die Direktion und nicht zuletzt der Trägerverein, der sich Nächstenliebe verschrieben hat. Die Bildungsdirektion soll bereits informiert worden sein.