Lawinen-Drama

Freerider (20) weiter in kritischem Zustand

19.02.2026

Der Wintersportler wurde in Kirchberg von einer Lawine erfasst und verschüttet: Er wurde nach der Reanimation ins Krankenhaus geflogen - dort kämpfen Ärzte derzeit um sein Leben.

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© Zoom Tirol
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Tirol. Ein 20-Jähriger, der am Mittwoch in Kirchberg unter eine Lawine geraten war, ist Donnerstagvormittag weiter in kritischem Zustand gewesen. Der Mann wurde weiterhin auf der Intensivstation der Innsbrucker Klinik betreut, sagte ein Kliniksprecher der APA. Der Österreicher war Mittwochvormittag im freien Skiraum von einer Lawine erfasst, mitgerissen und verschüttet worden. Ein Begleiter und weitere Freerider gruben den Verschütteten aus. Der 20-Jährige wurde reanimiert.

Bei dem Unglück kurz vor 11.00 Uhr waren zwei 20-jährige Österreicher im freien Skiraum im Skigebiet "KitzSki" von der Bergstation "Brunn- D3" in Richtung "Penglstein1- D1" gefahren. Als einer der beiden in einen steilen Hang einfuhr, setzten sich plötzlich die Schneemassen in Bewegung und rissen den jungen Mann nach Angaben der Exekutive 250 Meter über eine schmale Rinne talwärts. Als die Lawine zum Stillstand kam, begann sein Begleiter mit einem LVS-Gerät mit der Suche und Lokalisierung. Sechs weitere Freerider, die den Vorfall ebenfalls bemerkten, eilten zur Hilfe. Es kam zu dramatischen Szenen: Nach rund 20 Minuten wurde der Verschüttete in rund zwei Metern Tiefe ausgegraben und geborgen.

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Die Besatzung des Rettungshubschraubers "Heli3" stellte zunächst keine Lebenszeichen fest. Nach rund dreiminütiger Reanimation konnte der Herz-Kreislauf wiederhergestellt werden. Der 20-Jährige wurde daraufhin mit dem Rettungshubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen. Dort wurde er auf der Intensivstation behandelt. Im Einsatz standen außerdem die Bergrettung Kirchberg mit 15 Mann und einem Hundeführer, die Pistenrettung "KitzSki", der Polizeihubschrauber "Libelle Tirol" und vier Alpinpolizisten.

Zwei Lawinentote, große Lawinengefahr weitet sich in Tirol aus

Bei zwei weiteren Lawinenabgängen waren am Mittwoch in Tirol zwei Wintersportler ums Leben gekommen. In Fiss im Bezirk Landeck ging ein Schneebrett im freien Skiraum ab. Ein 71-jähriger Urlauber aus den Niederlanden wurde dabei verschüttet und tödlich verletzt. Im Navistal kam wiederum ein 44-jähriger deutscher Tourengeher ums Leben.

In Nordtirol hatte am Mittwoch vor allem in höheren Lagen im Westen teils weiterhin große Lawinengefahr, also Stufe 4 der fünfteiligen Skala, geherrscht, im Rest des Landes Lawinenwarnstufe 3 (erhebliche Gefahr). Für Donnerstag wurden wieder Niederschläge erwartet. Am Donnerstag werde die Lawinengefahr aufgrund einsetzender Niederschläge im Laufe des Tages in großen Teilen Tirols - unter anderem auch in Osttirol sowie in den Kitzbüheler, Tuxer und Zillertaler Alpen - oberhalb der Waldgrenze ebenfalls auf die Gefahrenstufe 4 ansteigen, teilte das Land mit.

Land und Warndienst appellierten, auf Touren zu verzichten

Zusammen mit dem Lawinenwarndienst richtete man angesichts der kritischen Situation einen Appell an die Wintersportler. "Auf den gesicherten Pisten bleiben und auf Touren im alpinen Gelände vorerst verzichten - zur eigenen und der Sicherheit aller", erklärten Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) und die Experten. "Kein Gipfel und keine Abfahrt ist es wert, das eigene Leben zu riskieren", ergänzte Mair. Von Donnerstag bis Freitagfrüh würden verbreitet weitere 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee erwartet, lokal auch mehr. Gleichzeitig wehe teils starker Wind aus wechselnden Richtungen. "Dadurch entstehen umfangreiche Triebschneeansammlungen, die auf einer sehr schwachen Altschneedecke abgelagert werden. Diese Konstellation führt dazu, dass Lawinen sehr leicht ausgelöst werden können - auch große Lawinen sind möglich", wurde einmal mehr gewarnt. Die Schneedecke bleibe dann auch am Wochenende - mit voraussichtlich etwas Wetterbesserung - äußerst störanfällig.