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NS-Fresken aus Kärntner Landtagssaal lagern nun in Museumsdepot

12.03.2026

Bildnisse von Switbert Lobisser waren bereits nach Wiederentdeckung im Jahr 2000 abgetragen worden.

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© ORF
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Ktn. Fresken, die anlässlich des "Anschlusses" Kärntens an das NS-Regime im Sitzungssaal des Kärntner Landtags angebracht worden waren, sind am Donnerstag im Sammlungs- und Wissenschaftszentrum des Kärnten Museums eingelagert worden. Die Fresken waren bereits nach ihrer Wiederentdeckung im Jahr 2000 abgetragen worden, bis jetzt waren sie aber an einem nicht öffentlich zugänglichen Ort zwischengelagert worden, teilte das Museum in einer Aussendung mit.

Im Jahr 1928 hatte Lobisser das Fresko "Abwehrkampf und Volksabstimmung" für den Plenarsaal geschaffen, das auch heute noch zu sehen ist. Zehn Jahre später erweiterte er es im Auftrag von NS-Innenminister Wilhelm Frick um das Fresko "Kärntens Heimkehr ins Reich". Es zeigt den "Treueschwur": Menschen in Tracht unterstreichen mit Hitlergruß unter einer Hakenkreuzstandarte den Anschluss Kärntens. Das Fresko wurde nach dem Zweiten Weltkrieg übermalt und hinter Holzpaneelen versteckt, bis es nach der Wiederentdeckung im Jahr 2000 und nach heftigen Kontroversen abgetragen wurde.

Nun wurde es "als Zeitzeugnis der Dokumentation des vergessenen Anschlusses" ins Depot des Kärnten Museums zur dauerhaften Verwahrung überstellt, hieß es vom Museum. Die Einlagerung erfolgte auf Wunsch von Landtagspräsident Andreas Scherwitzl (SPÖ): "Mit der Überstellung ist ein wichtiger Schritt für die ordnungsgemäße Aufbewahrung getan." Anfang der 2000er-Jahre seien im Kärntner Landesmuseum noch keine geeigneten Depotflächen zur Verfügung gestanden.

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