Trocken-Alarm
Klimakrise gefährdet Trinkwasser – Experten fordern Umdenken
19.03.2026Die Klimakrise setzt Österreichs Wasserreserven massiv unter Druck. Greenpeace, die Arbeiterkammer Wien und younion fordern deshalb einen radikalen Kurswechsel beim Wasserschutz.
Wien. Die Lage der Wasserversorgung bleibt angespannt, weshalb eine Allianz aus Umweltschützern und Arbeitnehmervertretern am Sonntag zum Weltwassertag einen neuen Plan gegen die Wasserknappheit in Österreich präsentiert. Da der Winter erneut viel zu trocken war, zeigt sich laut den Experten ein enormer Anpassungsbedarf, um die Versorgung für die Zukunft zu sichern. Aktuelle Daten der "Geosphere Austria" belegen, dass vor allem im Dezember und Jänner deutlich zu wenig Niederschlag fiel, was der feuchte Februar kaum ausgleichen konnte, berichten "Greenpeace", "Arbeiterkammer Wien" und "younion _ Die Daseinsgewerkschaft" in einer Aussendung.
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Das Ergebnis der trockenen Monate ist deutlich sichtbar: Knapp die Hälfte der Messstellen in Österreich zeige derzeit niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände. Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace Österreich, betont: "In Österreich sind wir es gewohnt, dass Wasser jederzeit aus dem Hahn fließt, doch auch bei uns wird das Wasser immer öfter knapp." Er fordert die Bundesregierung auf, Österreich "dürre-fit" zu machen, damit der lebenswichtige Wasserschatz erhalten bleibt.
Trinkwasser muss Vorrang haben
Ein zentraler Punkt des Forderungskatalogs ist der bedingungslose Vorrang für Trinkwasser gegenüber der Industrie oder der Landwirtschaft. Iris Strutzmann von der Arbeiterkammer Wien stellt klar, dass Wasser Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und kritischen Infrastruktur ist. "Deshalb brauchen wir jetzt eine nationale Wasserstrategie, klare Prioritäten für Krisenzeiten und volle Transparenz beim Wasserverbrauch", so Strutzmann. Die Organisationen fordern zudem ein transparentes Wasserentnahme-Register, um einen genauen Überblick über die tatsächliche Nutzung zu erhalten.
Strengere Regeln für Wasserentnahme
Auch die Gewerkschaft Younion fordert: "Keine Privatisierung von Wasser und bedingungslos Vorrang für Trinkwasser". Thomas Kattnig vom Bundespräsidium betont, dass Wasser keine Ware, sondern Teil der sozialen Infrastruktur sei. Die Allianz fordert unter anderem, die Dauer von Bewilligungen für Wasserentnahmen von derzeit 25 Jahren auf maximal sechs Jahre zu verkürzen. Zudem müsse das EU-Wasserschutzrecht in seiner jetzigen Form unbedingt erhalten bleiben, um die langfristige Gesundheit und die Ressourcen nicht für kurzfristige Profitinteressen zu riskieren. Ohne diese Maßnahmen drohen bis 2050 drastische Engpässe, da die Reserven um ein Viertel schrumpfen könnten.