Nach Überfall in NÖ
Mordversuch: Home-Invasion-Täter schossen auf Polizisten
18.02.2026Wie jetzt bekannt wurde, spielten sich in Amstetten im Herbst höchst dramatische Home-Invasion-Szenen ab: Die Täter, die in das Haus einer Familie eingedrungen waren und nur durch einen einem Paketzusteller, der anläutete, am Coup gehindert wurden, schossen dreimal auf zwei Polizeibeamte.
NÖ. Wie damals berichtet, waren drei mit Schlauchtüchern maskierte, mit einer Faustfeuerwaffe und einer Eisenstange bewaffnete Täter am 5. September des Vorjahres gegen 06:50 Uhr ein Wohnhaus einer Familie in Amstetten eingedrungen. Das Wohnhaus und die Opfer waren m Vorfeld gezielt ausgekundschaftet und observiert worden.
- Home-Invasion und Schießerei mit Polizei: Dritter Einbrecher gefasst
- Gefesselt, gefoltert, getötet - erste Spuren nach Mord an Immo-Makler
- Home Invasion: Täter-Trio kam über Balkon
Kaum war das Trio im Haus, gingen sie auf die 74-jährige Hausbesitzerin -- die offenbar an dem Tag allein zu Hause war - los, wobei die Angreifer die Seniorin gewaltsam festhielten fixierten und gegen den Boden drückten, und forderten die Herausgabe von Bargeld. Anschließend wurde der Wohnbereich systematisch nach Wertgegenständen durchsucht, wobei die Täter Bargeld in geringer Höhe raubten sowie eine Kreditkarte entwendeten.
Familie leidet bis heute an Folgen des Überfalls
Während die Eindringlinge gerade im Begriff waren, das Überfallsopfer mit Kabelbindern zu fesseln, wurden diese durch das zufällige Eintreffen eines Paketzustellers, der an der Tür klingelte, überrascht bzw. gestört: Fluchtartig verließ das Trio das Wohnhaus. Die 74-Jährige wurde durch die Tathandlung nicht verletzt, die Opfer- Familie leidet jedoch bis heute an den (psychischen) Folgen des Überfalls.
Im Zuge der Sofortfahndung durch Bedienstete der Polizeiinspektion Amstetten konnten um 08:05 Uhr im Stadtgebiet von Amstetten zwei Tatverdächtige (ein 58-jähriger Kosovare und ein Albaner, 55) unweit des Home-Invasion-Schauplatzes wahrgenommen werden: Zunächst rannten die beiden weg - doch der ältere der beiden lauerte in Folge den nacheilenden Einsatzkräften an einer Böschung in kniender Position auf und gab aus kurzer Distanz drei gezielte Schüsse auf zwei Polizisten ab! Ein Polizist erwiderte das Feuer. Das Duo wurde letztlich am Ort der Schussabgaben von den Beamten der Polizeiinspektion Amstetten, mit Unterstützung von Bediensteten der schnellen Reaktionskräfte (SRK) der Landespolizeidirektion Niederösterreich festgenommen. Verletzt wurde bei der Schießerei zum Glück niemand - gegen den Balkan-Schützen wird wegen Mordversuchs ermittelt.
Unter Einbeziehung eines Fährtenspürhundes sowie weiterer Polizeikräfte im Umfeld der Tatörtlichkeit das Fluchtfahrzeug der Bande, ein gestohlener BMW-Kombi, versteckt in einem Waldstück sichergestellt werden.
Raubmord in Schweizer Spielsalon
Wie später bekannt wurde, hatten die Verhafteten im Zusammenspiel mit einem 49-jährigen Komplizen (einem weiteren Kosovaren, der kurz darauf in Aschbach geschnappt wurde, im Juli und August davor einen versuchten sowie zwei vollendete Wohnhaus-Einbruchsdiebstähle in Melk und Amstetten begangen und dabei Uhren, Schmuck und Bekleidung im Gesamtwert von 125.000 Euro entwendet.
Die beiden Haupttäter haben zudem eine lange kriminelle Vorgeschichte: Der 58-Jährige etwa verübte im Jahr 1999 in der Schweiz, im Kanton Bern, einen Raubmord in einem Spielsalon, wobei er einen Sicherheitsmann aus nächster Nähe niederschoss. Dafür wurde er zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt. Überdies bestehen kriminalpolizeiliche Vormerkungen in mehreren europäischen Ländern und den USA wegen illegalen Waffenbesitzes, schweren Diebstahls und Hehlerei. Der 55-Jährige wiederum verübte im Jahr 2002 in den USA einen Banküberfall und saß deswegen hinter Gittern. Außerdem wurde er in Italien wegen Einbruchdiebstahls, Erpressung und organisierter Kriminalität im Jahr 2010 zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt.
Die drei Beschuldigten sitzen in St. Pölten in U-Haft, der Prozess gegen sie startet demnächst.