Neue OÖ-Studie

90 Wochen bis OP? 70 % von 1.000 Befragten zahlten sich zuletzt privat Gesundheitsleistungen

09.04.2026

Die schlechteste Kassenärztedichte im Bundesländervergleich im niedergelassenen Bereich treibt Menschen in teure Ambulanzen und verlängert Wartelisten. 

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. "Der SPÖ-Klub dokumentiert seit zehn Jahren die Entwicklung der Wartezeiten und die Zahlen sind erschreckend: Was damals schon zu lang war, hat sich teils vervierfacht. Wir haben uns gefragt: Sind
das Einzelfälle, oder trifft es die Breite der Bevölkerung?", sagt SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder. Die SPÖ hat daher eine Stichprobenbefragung bei IFES– INSTITUT FÜR EMPIRISCHE
SOZIALFORSCHUNG GMBH in Auftrag gegeben. 70 % der 1.021 Befragten haben im vergangenen Jahr entweder eine private Kranken-Zusatzversicherung
oder haben für Leistungen bei Kassenärzten zugezahlt – für Zahnfüllungen, Impfungen, Physiotherapie und vieles mehr. "Das Gesundheitssystem, das für alle gleich sein sollte, finanziert sich
zunehmend über die Taschen der Menschen", so Binder. 

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Menschen mit schlechtem Gesundheitszustand zahlen häufiger hohe Beträge: 42 % von ihnen haben im Jahr 2025 mehr als 1.500 Euro privat für Gesundheitsleistungen ausgegeben.

Eine über 65-jährige Person benötigt doppelt so viel medizinische Leistung wie eine unter 65-Jährige. Die Zahl der über 65-Jährigen steigt bis 2050 auf rund 469.000 (aktuell: rund 301.000) – ein
Anstieg von fast 56 %.

Derzeit warten Patienten bis zu 104 Wochen auf eine Knieoperation. Das ist laut SPÖ medizinisch und menschlich inakzeptabel. „Wir als SPÖ fordern mehr Kassenärzt:innen
flächendeckend, Wartezeiten von maximal einem halben Jahr für planbare Operationen und den Ausbau von Gesundheits-Prävention“, sagt SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu. Die SPÖ startet die Kampagne „Platz für Gesundheit - Versorgen statt Vertrösten" und verschenkt u.a. Pflaster mit der Message „Auch kleine Verletzungen brauchen Versorgung.“