Operationen verlegt
OÖ: Ordensspitäler streikten erneut
03.03.2026Die festgefahrenen Kollektivvertragsverhandlungen sind der Grund für den Streik, der noch bis in die Abendstunden dauern wird. Ein akzeptables Angebot sieht die Gewerkschaft vida nicht.
In mehreren Ordenskrankenhäusern in Oberösterreich hat erneut ein Teil des nicht-ärztlichen Personals die Arbeit niedergelegt. Hintergrund sind weiterhin festgefahrene Kollektivvertragsverhandlungen. Laut Angaben der Spitalsträger mussten diesmal 55 geplante Operationen verschoben werden. Beim ersten Streiktermin im Jänner waren noch 117 Eingriffe betroffen gewesen.
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Wie die Sprecherin des Klinikum Wels-Grieskirchen, Kerstin Pindeus, mitteilte, seien die betroffenen Patientinnen und Patienten bereits vorab informiert worden. Die verschobenen Operationen würden zeitnah nachgeholt oder seien teilweise bereits durchgeführt. Die Akut- und Notfallversorgung sei an allen Standorten gesichert, betonte sie stellvertretend für die beteiligten Häuser.
vida sieht kein akzeptables Angebot
Nach Angaben der Ordenskliniken beteiligen sich rund fünf Prozent des nicht-ärztlichen Personals – etwa 500 Beschäftigte – an dem Streik. Die Gewerkschaft vida sieht nach sechs Verhandlungsrunden weiterhin kein akzeptables Angebot der Arbeitgeber, insbesondere bei der geforderten Arbeitszeitverkürzung. Zwar wurde der Gehaltsabschluss des öffentlichen Dienstes in Höhe von 3,3 Prozent von Arbeitnehmerseite akzeptiert, bei der Wochenarbeitszeit bleibt der Konflikt jedoch bestehen. Zuletzt brachte die Gewerkschaft eine Reduktion auf 37 Stunden ins Spiel, nachdem ursprünglich 35 Stunden gefordert worden waren.
Mit dem erneuten Streik wolle man auch politischen Druck aufbauen. Das Land Oberösterreich finanziert die Ordensspitäler maßgeblich. Aus Sicht der Gewerkschaft sei daher auch Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander gefordert, Verantwortung zu übernehmen und eine Lösung zu unterstützen.
Arbeitssituation müsse verbessert werden
Ordenskliniken-Geschäftsführer Johann Minihuber zeigte sich gegenüber dem ORF gesprächsbereit. Man nehme die Forderungen ernst, höre aber aus der Belegschaft unterschiedliche Prioritäten. Neben der Arbeitszeit gehe es vielen um generelle Verbesserungen der Arbeitssituation. Hier müsse ein gemeinsamer Weg gefunden werden.
Strittig bleibt vor allem die Frage der Wochenarbeitszeit. Während die Gewerkschaft eine deutliche Reduktion unter 40 Stunden fordert, verweist die Arbeitgeberseite darauf, dass man faktisch bereits bei 39 Stunden liege. Eine weitere Verkürzung in Kombination mit Lohnerhöhungen bezeichnet Minihuber als „doppelte Valorisierung“, die angesichts der angespannten Budgetsituation nicht finanzierbar sei. Zusätzliche Kosten würden Länder und Gemeinden erheblich belasten.
Nächste Verhandlungsrunde am 12. März
Der Streik betrifft sieben Standorte in Oberösterreich und dauert bis in die Abendstunden an. Eine siebte Verhandlungsrunde ist für 12. März angesetzt. Ob es dort zu einer Annäherung kommt, bleibt offen.