In Linzer Wohnung

Angriff mit Spritze und Schere: 27-Jähriger von Polizei erschossen

16.04.2026

Der amtsbekannte 27-Jährige ging mit Schere und Spritze bewaffnet auf die Beamten los.

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© Fotokerschi/Markus Hauser
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OÖ. Polizisten haben in der Nacht auf Donnerstag in einer Wohnung in Linz einen 27-Jährigen erschossen - was zwangsläufig zu Ermittlungen wegen des Waffengebrauchs führen muss. Das war in dem Haus am Alleitenweg beim Wüstenrotplatz im Stadtteil Kleinmünchen passiert: Die Beamten waren wegen eines lauten Tumults gerufen worden.

Beim Betreten der Wohnung ging der Mann (gegen den es an diesem Tag bereits ein zweiten Einsatz wegen Selbstgefährdung gegeben hatte) sofort mit einer Schere und einer Spritze in den Händen auf die Polizisten los, die daraufhin auf den 27-Jährigen feuerten. Danach versuchten sie noch, Erste Hilfe zu leisten, doch der Linzer konnte nicht mehr gerettet werden - in der Unterkunft befanden sich übrigens auch seine Freundin und ein Bekannter, die als geschockte Zeugen sicher einiges mitbekommen haben und zu Protokoll geben können.

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Die Exekutive war gegen 0.45 Uhr zu der Wohnung gerufen worden. Mehrere Streifen machten sich auf den Weg. Wegen der lauten Schreie verschafften sich die Beamten sofort gewaltsam Zutritt, worauf ihnen der 27-Jährige mit einer Schere in der einen und einer Spritze in der anderen Hand entgegenstürmte - wie viele Polizisten schossen und wie oft der Mann getroffen wurde, ist noch unklar.

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Davor in den Neuromedcampus gebracht

Medienberichten zufolge soll der Linzer Stunden davor seinen Suizid angekündigt haben und wollte sich in einem Bach beim Wüstenrotplatz ertränken. Polizisten hätten ihn aber rechtzeitig erreicht und zum Neuromedcampus gebracht. Dort sei er aber nicht stationär aufgenommen worden und durfte wieder nach Hause gehen. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte gegenüber der APA, dass der 27-Jährige auf den Campus (dem vormaligen Wagner-Jauregg-Psycho-Spital) gebracht worden sei.

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Die näheren Umstände werden nun unter Leitung der Staatsanwaltschaft von der Ermittlungs- und Beschwerdestelle Misshandlungsvorwürfe (EBM) des Innenministeriums untersucht, die im Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung etabliert ist. Diese Stelle ist nicht der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit unterstellt, um unabhängige und objektive Ermittlungen zu ermöglichen.

 

S E R V I C E - Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.