Trauer um Manager
Bus donnerte in Supermarkt: Todesopfer (55) war Olympia-Segler
Sbg. Einen Tag nach dem dramatischen Unfall mit einem Obus in einem Kreisverkehr in Salzburg-Itzling laufen die Ermittlungen zum Unfallhergang auf Hochtouren. Der Linienbus war am Montag über einen Rad- und Gehweg gerast und anschließend in die Glasfassade der Filiale einer Supermarkt-Kette gekracht. Der 55-jährige Florian Schneeberger wurde dabei getötet. Laut "Salzburger Nachrichten" war der Top-Manager, der 1996 mit Andreas Hagara beim Segeln in Atlanta Olympia-Vierter wurde, noch dem auf ihn zusteuernden Öffi-Fahrzeug ausgewichen und wurde danach durch herabfallende Glasteile tödlich verletzt.
Der Oberösterreicher war nach 16 Jahren beim Philips-Konzern und sieben Jahren bei Skidata in Grödig zunächst Chief Technology Officer und zuletzt CEO von B&R Industrial Automation in Eggelsberg. Die Industrie- und Service-Firma hat aber auch einen Sitz nahe des Unglücksorts in Salzburg. "Nach Rücksprache mit dem Unternehmen müssen wir das leider bestätigen", sagt Josef Maislinger, Bürgermeister der Marktgemeinde Eggelsberg, zu den "Salzburger Nachrichten".
Die Auslöser des Unfalls dürfte ein Schlaganfall des Buslenkers gewesen sein. Der 59-Jährige wurde Universitätsklinikum Salzburg notoperiert und liegt auf der Intensivstation. Eine zweite Person erlitt Knochenbrüche, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Fünf weitere Insassen des Busses wurden leicht verletzt. Im Gebäude wurden durch den Aufprall Glassplitter und Teile herumgeschleudert, aber weder Mitarbeiter noch Kunden des Supermarkts verletzt.
Videoaufzeichnungen werden ausgewertet
"Es wurde die Festplatte mit den Kameraaufzeichnungen aus dem Bus gesichert, dazu die Tachografen- und Fahrdatenaufzeichnungen wie Gaspedalstellung und Bremspedalstellung ausgelesen", sagte der Unfallsachverständige Gerhard Kronreif. "Damit lässt sich nachvollziehen, ob vom Lenker noch eine Reaktion stattgefunden hat."
Ein vorläufiges Ergebnis könnte der Gutachter bereits im Laufe der kommenden Woche an die Staatsanwaltschaft übermitteln. Bei dem Unfall hatte der Lenker eines Oberleitungsbusses der Linie 6 am Montag kurz nach Mittag an einer Kreuzung wegen eines medizinischen Notfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der 59-Jährige dürfte, wie bereits erwähnt, einen Schlaganfall erlitten haben.
Klärung der Todesursache
Zur Klärung der genauen Todesursache und des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Tod ordnete die Staatsanwaltschaft eine Obduktion des 55-Jährigen an. Ein Ergebnis lag am Dienstagvormittag noch nicht vor.
Der Obus wurde am späten Montagnachmittag geborgen. Seit Montagabend verkehrt die Linie 6 wieder auf der gesamten Strecke. Nach einer statischen Überprüfung konnte im betroffenen Gebäude keine Einsturzgefahr festgestellt werden, der Supermarkt und ein zweites Geschäft blieben am Dienstag aber geschlossen.