FALL DER WOCHE

Toter Immo-Makler: Foltermord nach 2 Pizzen

24.01.2026

Auf Hochtouren laufen die Ermittlungen nach dem brutalen Mord an einem betuchten Linzer Immo-Makler: In dem mysteriösen Fall sind derzeit nur zwei Umstände einigermaßen fix - dass das Opfer seinen Mörder gekannt haben muss und dass er zuletzt für sich und ihn bzw. sie zwei Pizzen bestellt hatte.

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© Der getötete Immobilienmakler mit seiner Beagle-Dame "Lilly" (Instagram)
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OÖ. Entdeckt wurde der Tote, der an Händen und Füßen gefesselt war und Spuren von Folterverletzungen am ganzen Körper aufwies, am Montag nach dem Wochenende von einem seiner beiden Brüder, der sich Sorgen gemacht und in der exquisiten Dachgeschoßwohnung in einem revitalisierten Altbau in der Harrachstraße am Rand der Linzer City Nachschau gehalten hatte - er fand die Leiche seines Bruders in der Badewanne, die Beaglehündin "Lilly", die vom Täter verschont worden war, wachte neben dem Toten.

© Mike Wolf

Ereignet hat sich die furchtbare Bluttat an dem in der Linzer Szene durchaus bekannten Dandy und Freelancers, der über beträchtliche Vermögenswerte verfügen dürfte - unter anderem gibt es auch ein Haus in bester Lage am Attersee zwischen den Liegenschaften eines pensionierten Journalisten und eines Chirurgen - bereits in der Nacht auf Sonntag; nachdem er sich am Samstag um 22 Uhr aus einem Lokal noch zwei Pizzen zustellen ließ. Der Pizza-Bote war demnach der Letzte, der den 49-Jährigen lebend gesehen hatte, ob er auch mitbekommen hatte, wer zum Italo-Dinner geladen war (ein Mann, eine Frau, ein Paar?) ist fraglich - dann hätte die Polizei bei der Jagd auf den oder die Killer zumindest schon eine Beschreibung.

Fest steht jedenfalls, dass das Opfer seine(n) Peiniger gekannt haben muss: Entweder sie kam(en) mit ihm aus der Tiefgarage, von wo man mit einem Lift direkt in die Deluxe-Wohnung im 5. Stock fahren kann, oder sie hatte(n) für das Haus eine Begehkarte (die allerdings durchnummeriert und jeweils einem autorisierten Abnehmer zugeordnet sind) oder er hat jemanden, der angeläutet hat, hereingelassen: Sollten die beiden Kameras an der Gegensprechanlage Aufnahmen auch speichern, hätten die Ermittler bei der Jagd nach dem Killer noch bessere Karten.

© Mike Wolf

© TEAM FOTOKERSCHI / BILAL AHMETOVIC

Das Motiv, warum Lillys Herrchen sterben musste lässt noch jeden Raum für Spekulationen: Regionale Medien dichten ihm zunehmende Umtriebe im Rotlichtmilieu, eine Affäre mit einer Rumänin an und eine Affinität zu Kokain an, auf sozialen Medien zeigt er sich für Frauen und Männer und auch für die BDSM-Lack-und-Leder-Szene gleichermaßen interessiert, wobei die Verletzungen für einen eskalierten Sex-Unfall doch zu heftig wären. Sollten sie tatsächlich von schwerer stundenlanger Folter stammen, ist auch eine Krypto-Wrench-Attacke denkbar - dabei werden dem Opfer unter Nötigung, Entführung und Misshandlung die Passwörter und somit der Zugriff auf die Wallet von digitalen Safes abgepresst. Haben die Täter die geheimen Kombis, gibt es keine Gnade und die geschundenen Opfer. Der Immo-Makler starb letztlich an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Die Kripo bittet nach wie vor alle möglichen Zeugen, sich zu melden. Wer am vergangenen Wochenende in der Harrachstraße etwas Ungewöhnliches wahrgenommen hat, solle sich beim Landeskriminalamt Oberösterreich (Tel.: 059133 /40-3333) melden. Hinweise können bei jeder Polizeiinspektion - auf Wunsch auch anonym - abgegeben werden.

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