Gefesselt, übel zugerichtet und ermordet wurde in Linz ein betuchter Immo-Makler. Nachdem es keine Einbruchspuren gab und offenbar nichts fehlt, lassen die Folterspuren nur einen Verdacht aufkommen: dass ihm der oder die Täter die Passwörter für eventuelle Krypto-Konten brutal abgepresst haben.
OÖ, Wien . Erst kürzlich sorgte der unfassbare Fall des Danylo K: in Wien für Schlagzeilen: Der junge Ukrainer und Sohn eines hochrangigen Politikers in Charkiv hatte gegenüber einem Studienkollegen zu locker darüber geplaudert, dass einiges auf mehreren Krypto-Konten hatte. Daraufhin wurde der 19-Jährige von dem Gleichaltrigen in eine Tiefgarage gelockt, wo einer Ex-Zöllner und Söldner (44) schon auf das betuchte Opfer wartete. Vier Stunden lang wurde Danylo daraufhin geschlagen und gefoltert, bis er alle Passwörter verraten hatte - trotzdem musste er sterben. Das Täter-Duo, das so rund 200.000 Dollar abräumte, zündete ihn bei lebendigem Leib in seinem Mercedes am Rand einer Schrebergartensiedlung in der Donaustadt an und flüchtete. Die Brutalo-Killer wurden kurz darauf in der Ukraine gefasst und sitzen dort zur Zeit in U-Haft - oe24 berichtete.
Danylo K. wurde wegen 200.000 Dollar in Wien zu Tode gefoltert.
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Letzte Bestellung - zwei Pizzen für sich und "Besucher"
Opfer wohnte in ausgebautem Dachgeschoss von revitalisiertem Altbau.
Auch im Fall des ermordeten Immobilien-Maklers, der an Händen und Beinen gefesselt mit schlimmen Verletzungen am ganzen Körper in der Badewanne in seiner Deluxe-Dachgeschosswohnung in der Harrachstraße am Rand der Linzer City am Montag von einem seiner beiden Brüder aufgefunden wurde, könnte sich genau so ein Szenario zugetragen haben: Hat der Freelancer für ein Immo-Büro gegenüber einem Bekannten oder einer Frau aus dem Rotlichtmilieu - wo er sich zuletzt immer öfter aufgehalten haben soll - sich verplaudert und verraten, dass er möglicherweise beträchtliche Vermögenswerte in Kryptowährungen auf geheimen digitalen Konten angelegt hatte.
In der Wirtschaftskriminalität gibt es bereits einen eigenen Namen, dafür, was daraufhin passiert sein mag: nämlich eine Krypto-Wrench-Attacke, bei der Nötigung, Entführung und Misshandlung das Hacking ersetzen, um die privaten Schlüsseln, sprich: die Passwörter und somit den Zugriff auf die Wallet der Opfer zu erhalten.
Am Samstag jedenfalls dürfte M.A. am Abend einen letzten Besuch empfangen haben, laut regionalen Berichten bestellte er noch zwei Pizzen - eine sich selbst und eine zweite für den oder die spätere Mörder?
Kripo traf am Tatort in der Harrachstraße in Linz ein.
Die Polizei hält aus ermittlungstaktischen Gründen nach wie vor äußerst bedeckt - und wollte auf Anfrage nicht einmal verraten, was mit dem Hund des alleinstehenden Immo-Maklers, passiert ist. Wie aus anderer Quelle zu erfahren war, verschonten die Täter die Beagle-Dame, die jener Bruder des Opfers, der die Leiche am Montag entdeckt hatte, mit zu sich nach Hause nahm.
Die Kripo bittet jetzt alle möglichen Zeugen, sich zu melden. Wer am vergangenen Wochenende in der Harrachstraße etwas Ungewöhnliches wahrgenommen hat, solle sich beim Landeskriminalamt Oberösterreich (Tel.: 059133 /40-3333) melden. Hinweise können bei jeder Polizeiinspektion - auf Wunsch auch anonym - abgegeben werden.