FALL DER WOCHE

Ukrainer (21) gefoltert und angezündet - das sind die brutalen Krypto-Killer

Wegen Verschwörung, Mord, Raub und Folter wird in der Ukraine jenen beiden äußerst brutalen Killern der Prozess gemacht, die in Wien Ende des Vorjahres den jungen Studenten Danylo K. auf so abscheuliche Weise erpresst, gefoltert und angezündet haben. Es ging um 200.000 Dollar.

Danylo mord ukrainer wien

Bilder der beiden Verdächtigen aus den sozialen Medien.

© zVg

Wien, Kiew. Zur Erinnerung die entsetzlichen Ereignisse, die sich zum Teil mitten in der City und am Rande einer Schrebergartensiedlung in der Donaustadt abgespielt haben und nach wie vor für Kopfschütteln sorgen, warum die einheimischen Ermittlungsbehörden das (Straf-)Verfahren nicht selbst führen, sondern an die ukrainischen Behörden abgetreten haben:

In den späten Nachmittagsstunden des 25. Novembers fuhr der Informatikstudent und Sohn des Vizebürgermeisters von Charkiw, Danylo K., mit einem hochpreisigen Mercedes S 350D aus dem Fuhrpark seiner Familie in die Tiefgarage des Luxus-Hotels "SO/Vienna" am Donaukanal vis-à-vis vom Schwedenplatz. Dorthin gelockt hatte ihn ein 19-jähriger Landsmann und Studienkollege, in dessen Gesellschaft er leider zu geschwätzig gewesen war und preisgegeben hatte, über durchaus beträchtliche Rücklagen auf mehreren Krypto-Konten zu verfügen. Berichten zufolge sprach er ganz offen mit Freunden und Kommilitonen über seine digitalen Vermögenswerte - zumal der 19-jährige Bhodan R. selbst der Sohn eines betuchten Geschäftsmannes und der Stiefsohn der ukrainischen Botschafterin in Bulgarien ist.

Danylo

Der in Wien ermordete Sohn des Vizebürgermeisters von Charkiw, Danylo K. (21)

© x/twitter

Ukrainer (21) gefoltert und angezündet - das sind die brutalen Krypto-Killer
© oe24

Was dann folgte, hat in der Wirtschaftskriminalität bereits einen eigenen Namen, nämlich eine Krypto-Wrench-Attacke, bei der Nötigung, Entführung und Misshandlungen das Hacking ersetzen, um den privaten Schlüsseln, sprich: die Passwörter und somit den Zugriff auf dessen Wallet zu erhalten. Der zweite und mutmaßliche Haupttäter, der in der Tiefgarage wartete: der 44-jährige Ex-Zöllner und Söldner in den Reihen der Organisierten Kriminalität, Oleksandr A.

100.000 Dollar im Zimmer von Hotel am Schwarzen Meer

 

Atlantic Garden
© google maps

Insgesamt gelang es dem finsteren Duo, dem Opfer den Transfer von rund 200.000 Euro abzupressen. Wie die Staatsanwaltschaft in Kiew offenlegte, wurden bei der Verhaftung der beiden Feuer-Killer - die ihr zu Tode geprügeltes Opfer in dessen Mercedes bei lebendigem Leib anzündeten und ermordeten - in Odessa beim älteren Verdächtigen 89.000 US-Dollar, 1.300 weitere US-Dollar, 190 Euro und 12.700 ukrainische Hrywnja beschlagnahmt. Und noch einmal 100.000 Dollar wurden im Zimmer 317 des "Atlantic Garden Resort Hotel" in der Henuez'ka Street nahe dem Strand zum Schwarzen Meer gefunden, wo der Student wohnte.

Der Staatsanwalt stellte überdies fest, dass den Ermittlungen zufolge alle Überweisungen dokumentieren würden, dass sie in kürzester Zeit nach der Entführung erfolgt waren, was nach Ansicht der Justiz Hinweise bestätigt, dass das Opfer zum Transfer der Gelder gezwungen worden war.

Nichtsdestotrotz wehren sich die Angeklagten, die in der Ukraine in U-Haft sitzen (nächste Anhörung am 15. Februar) mit Händen und Füßen und anwaltlicher Finesse - manche sagen auch Hokuspokus dazu: Was die Herkunft des Geldes betrifft, das beim Studenten und dem ehemaligen Zollbeamten gefunden wurde, soll sie nach der Auslegung der Verteidiger "in keinster Weise mit dem österreichischen Mord in Verbindung stehen", sondern um ein Darlehen im Familienkreis handeln. Demzufolge habe der Vater schon im Juli 2025 seinem Sohn Bhodan angeblich 200.000 Dollar in bar geliehen und mit einem entsprechenden Darlehensvertrag eines privaten Notars in Czernowitz beglaubigt. Um die tatsächliche Ausführung der Transaktion zu bestätigen, verwies der Anwalt auf eine Kopie des Vertrags, die die Kraft des Originals haben soll...

Wer 's glaubt.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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