Demonstration
Anrainer laufen Sturm gegen Lobau-Tunnel
18.04.2026Eine Demonstration von Anrainer- und Umweltinitiativen gegen den Bau des Lobau-Tunnels hat Samstagnachmittag in Essling in Wien-Donaustadt stattgefunden.
Der Protest richtet sich gegen den Baubeginn der "klimaschädlichen milliardenschweren Lobau-Autobahn" und die Vorbereitungen für den Bau des Teilabschnitts zwischen Süßenbrunn und Groß Enzersdorf. Als Teilnehmer wurden Wissenschaftsvertreter wie der Verkehrsplaner Hermann Knoflacher und der Ökologe Franz Essl angekündigt.
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Musikalisch soll der Protest unter anderem mit der Erstaufführung einer "Lobau-Hymne" untermalt sein. Obwohl zentrale Entscheide des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) noch ausständig seien, werden seit 1. April bereits erste bauliche Vorbereitungen für den Teilabschnitt Süßenbrunn-Groß Enzersdorf getroffen, kritisierten die Initiativen in einer Aussendung. Abgase, Feinstaub und Reifenabrieb von 60.000 Fahrzeugen täglich, die durch den neun Kilometer langen Tunnel fahren, würden durch dort durch zehn Meter hohe Abgastürme an den Tunnelenden in Essling-Groß Enzersdorf und Schwechat ungefiltert an die Oberfläche geblasen werden.
Und der geplante Speckgürtel entlang der S1 Lobau-Autobahn, mit rund 900 Hektar Bodenversiegelung, würde ein "Inzersdorf Nord-Ost" am Rande der Donaustadt entstehen lassen. "Doch wir brauchen keine weiteren Betonwüsten am Stadtrand, die nur noch mehr Verkehr anziehen", sagte Sabine Zwierschitz von der Initiative "Esslinger für die Lobau". "Überall muss gespart werden. Doch für den Neubau von Autobahnen werden Milliarden an Steuergeldern verschwendet. Investiert in Naturzerstörung, noch mehr Autoverkehr und Zersiedelung, und in eine verlärmte und zerschnittene Landschaft. Viel besser wäre es den Individualverkehr zu reduzieren und die Landschaft zunehmend zu renaturieren", so Franz Essl.