Neue Kampagne

Streit um Lobauautobahn: Grüne werfen SPÖ Tunnelblick vor

Der Dauerstreit um den Lobautunnel erreicht pünktlich zum Frühlingsbeginn eine neue Stufe der Eskalation und wird nun mit voller Wucht auf die Werbeflächen der Stadt getragen. Die Grünen wollen das Mega-Projekt in letzter Sekunde doch noch stoppen.

In der Donaustadt wird seit kurzem gebaggert, weil die Vorbereitungen für den nördlichen Abschnitt der geplanten Lobauautobahn angelaufen sind. Die Wiener Grünen nehmen das zum Anlass für eine neue politische Offensive und starten ihre aktuelle Frühlingskampagne unter dem Motto "Lobau oder Tunnel – Auf welcher Seite stehst du?". Die Parteichefs Judith Pühringer und Peter Kraus wollen damit die Wiener Bevölkerung mobilisieren und das Projekt in letzter Sekunde stoppen.

Harte Kritik an den Prioritäten im Rathaus

Pühringer spart bei der Vorstellung der Pläne nicht mit Kritik am Kurs der Stadtregierung und sieht eine massive Fehlleitung von Steuergeldern. "Während Öffis verteuert, Schulen nicht saniert werden und die Menschen in Wien immer mehr unter Druck kommen, drängt die SPÖ darauf, Milliarden für einen Tunnel durch ein Naturschutzgebiet zu vergraben. Die SPÖ handelt nicht vernünftig, sondern klammert sich mit allerletzter Sturheit an ein völlig aus der Zeit gefallenes Betonprojekt. Das ist ein historischer Sündenfall. Wir Grüne werden alles dafür tun, um die Lobau zu schützen“, erklärte die Grünen-Chefin.

Vorwurf des Tunnelblicks

Für Kraus ist das Vorhaben eine Entscheidung gegen die Interessen der kommenden Generationen, wobei er sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützt. Er erinnert in diesem Zusammenhang an das Aus für den Tunnel durch das Klimaschutzministerium vor rund fünf Jahren. "Alle Untersuchungen und Studien belegen klar, dass der Lobautunnel die schlechteste aller Alternativen ist. Die SPÖ blendet mit ihrem Tunnelblick aber Klima, Budget und Rechtliches lieber aus, um noch irgendwie eine Autobahn durch ein Naturschutzgebiet betonieren zu können. Die Frage Lobau oder Tunnel ist auch für die kommenden Generationen entscheidend“, hielt Kraus fest.

"Milliardenshow" für die Wiener Bezirke

Die Kampagne wird im Stadtbild heuer unübersehbar sein und umfasst hunderte Plakate sowie eine starke Präsenz in sozialen Medien. Nach dem Song Contest im Mai startet dann die zweite Phase der Aktion, die bis in den Sommer hinein dauert. Geplant ist ein unterhaltsames Event-Format namens Milliardenshow, bei dem die grünen Abgeordneten als Showmaster durch die Stadt ziehen. Die Teilnehmer können dabei ihr Wissen über das Tunnelprojekt testen und Fanartikel aus einer eigenen Kollektion gewinnen. Diese Tour wird auch Teil der Konzertreihe Musik am Fluss sein, die Ende Juni beginnt.

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