Nach Gutachten im Erwachsenen-Knast
Leonie: Wirbel um jüngsten Vergewaltiger
Wien. Hanafi Ali S., der jüngste der vier Afghanen, die Schülerin Leonie mutmaßlich unter Drogen setzten und bis zu ihrem Tod vergewaltigten, muss jetzt im Gefängnis mit der Hölle rechnen. Der angeblich erst 16-Jährige, der einem Gutachten zufolge jedoch bereits 20 Jahre alt sein soll, wurde entsprechend in der Justizanstalt Josefstadt in den Trakt für Erwachsene verlegt. Vergewaltiger und Kindermörder stehen dort ganz unten in der Hierarchie – was die Mithäftlinge ihn auch spüren lassen.
Ein völlig anderes Bild des Verdächtigen vermittelte am Wochenende ein Interview mit der Mutter von Ali S.: „Aber mein Sohn hat Leonie doch geliebt“, darf dort die 44-Jährige zum Besten geben und auf die Frage, ob er nicht lüge, antworten: „Nein, denn er ist ein guter Mensch.“
Leonies Eltern glauben Mutter von Ali S. kein Wort
Aussagen, die freilich im krassen Widerspruch zu den bisherigen Ermittlungen stehen. Der (angeblich) 16-Jährige „schleppte“ Leonie zum Tatort ab und soll laut einem Zeugen die anderen aufgefordert haben, sich ebenfalls an dem Mädchen zu vergehen. „Sie ist eh nicht meine Freundin und sowieso eine Schlampe“, sagte er laut Ermittlungsakt aus.
Leonies Eltern reagierten entsetzt auf das Interview, es sei für sie extrem hart, so was zu lesen. Vor allem aber sage die Mutter die Unwahrheit bezüglich des Geburtsdatums von Hanafi Ali S. „Ich bin seine Mutter, ich weiß genau, wann er zur Welt gekommen ist“, sagte sie: Am 20. Dezember 2004 um 11 Uhr vormittags. Die Geburtsurkunde belege dies.
Laut Expertise eines Arztes anhand der Röntgenaufnahme des Handwurzelknochens des Verdächtigen ist Ali S. jedoch mindestens 19,6 Jahre alt, eher bereits 20. Als Heranwachsender würde er im „Fall Leonie“ deutlich härter bestraft. Seine Anwälte Mathias Burger und Astrid Wagner wollen ein Gegengutachten einholen. Es gilt die Unschuldsvermutung.