Sogar unser Festessen ist betroffen
Liefer-Engpässe bedrohen Weihnachten
Wien. Verschärfung in der Weihnachtskrise. Jetzt greift Corona auch unser Festessen an. Vor allem Fleisch ist betroffen. Wegen der Pandemie läuft die europäische Produktion noch immer nicht auf Hochtouren. Engpässe gibt es auch bei unseren Großlieferanten USA und den Niederlanden.
Krisensitzung. „Die in der Gastronomie nachgefragten Mengen können zurzeit vom heimischen Großhandel nicht in vollem Umfang abgedeckt werden“, sagt Rainer Will vom Handelsverband. Betroffen sind vor allem die Edelteile von Rind, Lamm, Kalb aber auch Schwein. Noch spüren Endverbraucher die Angebotsflaute nicht, doch Experten warnen, dass dieser Fall zu Weihnachten sehr wohl eintreten könnte. Zurzeit gibt es deswegen fast täglich Krisensitzungen. Weniger Nachschub gibt es auch bei Kaffee, Hartweizengrieß (Nudeln bis zu 30% teurer) und Bio-Produkte.
Manche Geschenke werden um 20 % teurer
Ausfälle. Die Krise betrifft in Wahrheit alle Branchen. 78% der Geschäfte kämpfen mit Lieferverzögerungen und Ausfällen. Zum großen Geschenke-Fest werden unter vielen Weihnachtsbäumen Pakete fehlen.
Mangel gibt es vor allem bei: „Spielzeug, Laptops, Konsolen, TV-Geräten, Bekleidung und E-Bikes“, so Rainer Will. Bei besonders nachgefragten Geschenken wird ein Preisanstieg von bis zu 20% erwartet.
Transport-Notlage. Die Gründe für die Ausfälle: Weltweit herrscht ein Logistik-Problem. Transport-Container sind global verstreut, statt in wichtigen Häfen Waren aufzunehmen – auch das eine Folge von Corona. Zweitens herrscht ein akuter Mangel an Mikrochips, also dem „Gehirn“ von elektronischen Produkten. Eine Besserung sehen viele Experten erst Mitte des kommenden Jahres.