FPÖ fordert Stopp

Nur 6 Grad: Wasserstoffbusse bringen Fahrgäste zum Frösteln

09.01.2026

Seit Dezember rollen auf der Strecke zwischen Heiligenstadt und Sievering Wasserstoffbusse im Linienbetrieb. Nach Ansicht der FPÖ führt dieser Einsatz nicht zu mehr Komfort, sondern zu massiven Problemen im Winterbetrieb. 

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© Wiener Linien / Maximilan Döringer.
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Die neuen Wasserstoffbusse, die seit Dezember auf der Strecke zwischen Heiligenstadt und Sievering unterwegs sind, sorgen derzeit für hitzige Diskussionen. Statt Komfort und Innovation erleben Fahrgäste laut FPÖ vor allem eisige Temperaturen. In den Bussen herrschen demnach nur sechs Grad, während draußen der Winter tobt. Auch das Fahrpersonal müsse in dicker Winterkleidung und mit Haube arbeiten.

"Das ist für Fahrgäste und Fahrpersonal nicht zumutbar", so Landtagsabgeordneter Klemens Resch, Stadtwerke-Sprecher der Wiener FPÖ. Seinen Angaben zufolge handelt es sich nicht um vereinzelte Probleme, sondern um einen täglichen Zustand. Die Temperatur liege regelmäßig zwischen sechs und zehn Grad, und das zu verschiedenen Tageszeiten.

Technikprobleme und unpraktisches Design

Neben der Kälte nennt Resch weitere Mängel. Das Innenlicht sei extrem grell und könne nicht gedimmt werden. Das sei besonders in den frühen Morgenstunden und am Abend störend. Außerdem seien die Sitzflächen deutlich zu hoch angebracht. Für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität sei das ein klares Hindernis.

"Schlechtere Qualität bei gleichzeitig höheren Ticketpreisen kann auch nur der Wiener SPÖ einfallen", so Resch. Seiner Einschätzung nach sei das sogenannte Vorzeigeprojekt krachend gescheitert. Viele Fahrgäste würden sich die alten Busse zurückwünschen, ebenso das Fahrpersonal.

FPÖ fordert Stopp und Schadenersatz

Die FPÖ fordert deshalb die sofortige Herausnahme der neuen Busse aus dem Betrieb auf der Linie 39A. Solange die Technik nicht praxistauglich sei, dürften die Fahrzeuge nicht mehr eingesetzt werden. Resch verlangt außerdem die Stornierung weiterer Bestellungen und die finanzielle Absicherung der Stadt gegenüber dem Hersteller.

"Der Steuerzahler darf nicht schon wieder für Misswirtschaft zur Kasse gebeten werden", betont Resch. Er vergibt ein klares Nicht genügend für das gesamte Projekt.

Zwischen Vision und Wirklichkeit

Die neue Technik trifft nun auf die harte Realität des Winters. Zwischen ambitionierten Klimazielen und alltäglicher Praxistauglichkeit verläuft eine klare Bruchlinie. Ob die Wasserstoffbusse auf der 39A eine Zukunft haben, entscheidet sich womöglich nicht im Rathaus, sondern auf den kalten Sitzen der Fahrgäste. 

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