Wien
Spionage-Skandal bei Wiener Atom-Gipfel
US-Außenminister John Kerry hatte eine Vorahnung: Bei den Atomgesprächen im November 2014 in Wien verließ er zu heiklen Telefongesprächen stets das noble Luxushotel Palais Coburg am Ring. Abgeschirmt von Bodyguards telefonierte er am Spielplatz im nahen Resselpark.
Die Vorsicht war begründet: Sowohl das Wiener Palais Coburg als auch das Genfer Beaurivage, in dem die Atomgespräche fortgesetzt wurden, waren Ziele einer Spionageattacke. Die Top-Verhandler wurden bespitzelt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt bereits. Auch in Wien prüft der Verfassungsschutz, bestätigt Ministerin Mikl-Leitner: „Die Behörden gehen den Vorwürfen nach.“
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Steckt Israels Geheimdienst hinter Attacken?
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Internet-Experte Joe Pichlmayr im Talk
»Es sind noch mehr Trojaner im Umlauf«
ÖSTERREICH: Wie sehr hat Sie die Nachricht über die Angriffe überrascht?
Joe Pichlmayr: Gar nicht. Schon vor acht Jahren ist ja mit großem Aufwand damit begonnen worden, Nuklear-Anreicherungsprogramme massiv anzugreifen. Man musste damit rechnen, dass es auch ein Interesse an den weiteren Gesprächen zu dem Thema gibt.
ÖSTERREICH: Wie hätte man sich denn vor der Attacke schützen können?
Pichlmayr: Man hätte die Verhandlungen gar nicht online organisieren dürfen, hätte die Gespräche ganz „old fashioned“ abhörsicher hinter verschlossenen Türen stattfinden lassen müssen.
ÖSTERREICH: Kann man denn ausschließen, dass derzeit noch weitere Trojaner im Umlauf sind?
Pichlmayr: Nein, denn es sind weitere im Umlauf. Sie werden nicht weniger, sondern mehr.