RIp-Deal-Opfer
Wiener Immo-Brüdern Goldschatz abgeluchst
18.01.2026In zwei Hotels in Wien und in Mailand verloren zwei Wiener Brüder aus der Immobilien-Branche 340.000 Euro. Zwei Betrüger wurden verhaftet, einer ist namentlich bekannt, der vierte wird per Fahndungsfoto gesucht.
Wien, Mailand. Die Polizei warnt im Zuge der teilweisen Aufklärung eines sogenannten Rip-Deals am Sonntag vor solcherlei Vorauszahlungsbetrügereien. Im konkreten Fall rund um den Verkauf von Goldbarren an vermeintliche wohlhabende Unternehmer, die in Wahrheit Betrüger waren, gibt es zwei Festnahmen eines 29- und eines 32-jährigen Italieners. Ein weiterer Italo-Täter (21) ist flüchtig, von einem sind Identität und Aufenthaltsort noch zu klären - der Mann mit der Stirnglatze, Brille und dem gepflegten Vollbart gibt es derweil nur Fahndungsfotos:
Der Rip-Deal ging den Ermittlern zufolge im November in Wien und in Mailand über die Bühne. Vier Tatverdächtige täuschten gegenüber einem österreichischen Brüderpaar vor, internationale Geschäftsleute zu sein, und vereinbarten den Ankauf von drei Kilogramm Gold im Wert von über 300.000 Euro. Während die Übergabe der insgesamt 15 Goldbarren in einem Hotel in der Wiener Innenstadt durch einen der beiden Immo-Brüder stattfand, erfolgte zeitgleich in Mailand die vermeintliche Geldübergabe an den zweiten dorthin gereisten Wiener, bei der echtes Bargeld in Höhe von 340.000 Euro kurz vor der Übergabe durch eine offenbar manipulierte Geldzählmaschine gegen Falschgeld ausgetauscht wurde. Erst als die Betrüger verschwunden waren, merkten die Opfer, dass und wie sie übers Ohr gehaut worden waren.
Die seitdem laufende Amtshandlung verlief in enger Zusammenarbeit mit Europol, italienischen und spanischen Sonderermittlungsgruppen. Nach Anzeigeerstattung durch die Geschädigten führte die "Rip-Deal Unit Vienna" die Ermittlungen.
Täter meist Familienclans der Westbalkanregion
Delikte dieser Art werden laut Polizei Wien "nahezu ausschließlich von Familienclans der Westbalkanregion angewandt, welche sich gegenüber den Opfern als reiche Geschäftsleute oder Investoren präsentieren. Es handelt sich um variantenreiche betrügerische Rechtsgeschäfte, bei denen zumeist vorgegeben wird, Luxusgüter wie Uhren oder Gold erwerben zu wollen". Rahmengeschäfte mit den späteren Opfern dienten jedoch nur als Vorwand, um Vertrauen zu gewinnen und die Glaubwürdigkeit zu untermauern. Die Täter beabsichtigten meist, die Geschäfte zumindest teilweise im Ausland abzuwickeln, wo die Luxusgüter unbemerkt gegen wertlose Güter ausgetauscht werden oder unbemerkt Falschgeld übergeben wird. Die "Rip-Deal Unit Vienna" gibt es seit 2020.
Die Einheit empfiehlt, für den Verkauf von Gütern nicht ins Ausland zu reisen. Misstrauen sei angebracht, wenn ein Käufer nicht über den Preis verhandeln wolle. Nachforschungen zu angeblichen Käufern seien ebenso angebracht wie auch Anzeigen im Inland, wenn man im Ausland Opfer solcher Betrügereien geworden ist.