Inflation auf höchstem Wert seit 38

Das wird für Österreicher teurer

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Immer mehr Menschen finden inzwischen kein Auskommen mit dem Einkommen.
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„Österarm“. Vor allem die Kosten für Strom, Gas und Heizöl haben die Preise für Lebensmittel oder Bekleidung in die Höhe getrieben. Die Teuerung machte im Jänner ein Plus von 5,1 % aus (Vergleich zum Jänner des Vorjahres). Das ist der höchste Wert seit November 1984!

Familien sind gezwungen, Schulausflüge zu streichen

Armut steigt. In der Caritas in Wien laufen schon seit Pandemiebeginn die Telefone heiß. In Wien allein stieg die Zahl der Personen, die Sozialberatung (Hilfe bei der Erstellung von Haushaltskostenplänen oder ­Ratenvereinbarungen etc.) in Anspruch nahmen, von 6.448 (2020) auf 9.522 (2021) um fast 50 Prozent an.

Besonders betroffen sind laut der österreichweiten Statistik der Caritas vor ­allem Frauen (57,1 %) und Alleinlebende (53,9 %). „Unsere Klienten müssen sich oft entscheiden: Zahlen sie die Energie, zahlen sie die Miete, oder befüllen sie den Kühlschrank?“, weiß Doris Anzengruber, Leiterin der Sozialberatung bei der Caritas Wien.

Familien. Familien fehlt das Geld für Schulausflüge. „Die Eltern müssen einen Fahrschein mitgeben, Jause und den Eintritt zahlen. Das sind keine Unsummen, aber es kostet. Die Schülerin einer Familie, die ich betreue, hat mir gesagt, dass es das Schlimmste für sie sei, wenn die Lehrerin einen Ausflug ankündigt, weil sie dann wieder sagen muss, dass sie nicht mitfahren kann.“ Die Scham sei groß.

Pensionisten. Aber auch Mindestpensionisten, die oft mit unter 1.000 Euro auskommen müssen, zählen zur Klientel. Sie überlegen es sich genau, wann und ob sie heizen. Viele verzichten am ehesten auf Hygieneartikel. „Duschgel, Zahnpasta und Zahnbürste – das ist immer das Letzte, was sie sich noch kaufen können“, sagt Anzengruber.

Jeder Fünfte beklagt Einkommenseinbußen

Umfrage. Eine Umfrage der Preisvergleichsplattform Durchblicker bei 1.200 Haushalten ergab, dass etwa ein Fünftel (21 %) der Österreicher mit Einkommenseinbußen aufgrund von Kurzarbeit, weggefallener Überstunden oder gar Kündigung kämpft. Besonders dramatisch: „35 Prozent der Österreicher müssen zur Deckung der Fixkosten Kredite aufnehmen, auf Ersparnisse zurückgreifen oder ­regelmäßig ihr Konto überziehen“, sagt Durchblicker-Geschäftsführer Reinhold Baudisch.

Fritz O. (72): "Esse jetzt Erdäpfel mit Zwiebel"

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„Ich kaufe im Sozialmarkt ein und bin mittlerweile auf Erdäpfel mit Zwiebeln umgestiegen, weil das am wenigsten kostet. Die Preise für Tierfutter sind stark gestiegen. Ich bin zwei Mieten im Rückstand und habe Ratenzahlungen vereinbart. Da kommt man schon ziemlich ins Schwimmen.“

Eva K. (47): "Kaufe in Ungarn & in der Slowakei ein"

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„Ich habe eine Liste mit Produkten, die ich in Ungarn oder der Slowakei günstiger kaufen kann, und fahre mit meinem Motorroller über die Grenze. Das Brot wird immer teurer und die Semmeln kleiner, deswegen ­backe ich selbst. Wegen Corona sind die Schulkantinen geschlossen. Außerhalb kostet ­eine Mahlzeit deutlich mehr.“

Bianca P. (31): "Schalte Trockner nicht mehr ein"

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„Bei einem Baby und einem Kleinkind fällt viel Schmutzwäsche an. Wegen der gestiegenen Strompreise können wir den Trockner nicht mehr einschalten. Die Markt-Guru-App ist derzeit mein bester Freund. Ich kaufe vieles nur mehr in Aktion.“

Petra L. (52): "Wir machen keinen Urlaub"

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„Viele Gäste sind weggefallen, das spüren wir. Ich kaufe nur noch Angebotswurst und Angebotskäse. Mein Mann und ich haben seit Ewigkeiten keinen Urlaub mehr gemacht. Wir gehen kaum noch auswärts essen.“