DAS SAGT ÖSTERREICH

Ab heute beginnt Kampf um ORF- Unabhängigkeit

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Die ÖVP hat die Wahl ­ihres Kandidaten Roland Weißmann zum neuen ORF-Chef gestern generalstabsmäßig durchgezogen.
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Das Ergebnis für Weißmann (24 Stimmen und eine Zweidrittelmehrheit) ist – bei aller berechtigten Kritik, wie es zustande gekommen ist – eindrucksvoll. Dass sogar die Grünen im Endeffekt für Weißmann gestimmt haben, ist das machtpolitische Sahnehäubchen für die ÖVP-Strategen.

Ab heute beginnt nun die Nagelprobe, wie es wirklich um die Unabhängigkeit des ORF steht. Zwar ist Weißmann erst ab 1. Jänner offiziell im Amt, die wichtigsten Personalentscheidungen werden aber bereits in den nächsten Wochen getroffen. Gut möglich, dass der schlaue Polit-Fuchs Alexander Wrabetz der türkis-grünen Regierung bei den Chefredakteurs-Bestellungen noch das eine oder andere „Ei“ legt.

Und auch bei Weißmann bleibt abzuwarten, ob er wirklich zum willfährigen Erfüllungsgehilfen der Türkisen wird, als den ihn die Opposition bereits verteufelt hat, oder sich an sein Versprechen hält, die Unabhängigkeit des ORF zu verteidigen.

Fest steht: Noch nie stand ein ORF-General­direktor bereits vor seinem Start derart unter Beobachtung. Jede Weißmann-Entscheidung wird öffentlich bis ins kleinste Detail seziert werden. Man sollte dem neuen ORF-Generaldirektor also zumindest eine Chance geben. Und seine Wahl endlich dafür nützen, diese unsäglichen Polit-Bestellungen künftig abzuschaffen …