Frust
Eurofighter-Prozess eskaliert: Zeuge zeigt Desinteresse und schweigt weitgehend
25.03.2026Im Eurofighter-Untreueprozess sorgt ein zentraler Zeuge für Kopfschütteln: Der ehemalige EADS-Manager zeigt sich vor Gericht wenig kooperativ – und will sich an vieles nicht mehr erinnern.
Der Untreue-Prozess rund um die Eurofighter-Causa ist am Mittwoch mit einer Zeugenbefragung fortgesetzt worden. Per Video zugeschaltet war am Vormittag der ehemalige EADS-Manager H., der bereits 2019 in Deutschland eine Strafverfügung bekommen hatte.
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Er zeigte sich wenig auskunftsfreudig und hatte "keinen Bock mehr", über die Sache nachzudenken. Gegengeschäfte seien von Anfang an vereinbart gewesen, sagte der frühere Manager.
Erinnerungslücken sorgen für Zweifel
Die Geschehnisse habe er "aus dem Gedächtnis gelöscht". Bei einer Befragung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) 2022 hatte H. noch deutlich mehr Angaben machen können. Ob er mittlerweile medizinische Probleme habe, fragte der Staatsanwalt deshalb. "Nichts Ernstes", sagte der Zeuge. In weiterer Folge wurden viele seiner früheren Aussagen thematisiert.
Gegengeschäfte für den Eurofighterkauf seien schon beschlossen worden, bevor er eine Leitungsfunktion bei EADS Deutschland (EADS-D) bekam. Er habe lediglich umgesetzt, was bereits festgelegt gewesen sei. Die damalige Strafe habe er akzeptiert, weil er ein lukratives Angebot aus Saudi-Arabien gehabt habe. Insgesamt sei er damit günstiger ausgestiegen. Der Vorwurf sei für ihn aber "eigentlich nicht" nachvollziehbar gewesen.
Schwere Vorwürfe gegen Angeklagte
Angeklagt sind im aktuellen Prozess drei Personen – ein früherer Luftfahrtmanager sowie zwei mutmaßliche Lobbyisten. Laut WKStA sollen sie H. geholfen haben, eine Schwarzgeld-Kassa zulasten des Konzerns einzurichten. EADS (heute Airbus) war Teil des Eurofighter-Konsortiums und übernahm später die Verantwortung für die Gegengeschäfte mit Österreich. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung, sie weisen alle Vorwürfe zurück.
Millionenschaden im Raum
Der von der Anklage behauptete Schaden für EADS beträgt 65 Millionen Euro. Das Geld soll über Scheinrechnungen an die Vector Aerospace LLP geflossen sein, die laut WKStA als Scheinunternehmen fungiert haben soll.
Weitere Zeugin erwartet
Konkrete Verantwortliche konnte der Zeuge kaum benennen. Er habe "sehr viele Verträge unterschrieben" und nicht immer den Überblick gehabt. Vector sei jedoch keine Briefkastenfirma gewesen, betonte er. Frühere Aussagen über Treffen mit den Angeklagten konnte er nicht mehr präzisieren.
Nach der Befragung wurden Verträge und frühere Einvernahmen verlesen. Für den Nachmittag ist eine weitere Zeugin geladen.