Minister erklärt Lockdown – und das
Anschober nennt sein Lockdown-Ziel: ''Inzidenz unter 100 drücken''
oe24.TV: Warum der dritte Lockdown – Sie sagten, der muss verhindert werden.
Rudolf Anschober: Wir müssen die Zahlen weiter drücken. Wir haben bessere Werte als andere Staaten – aber sie sind noch deutlich überhöht. Wir haben noch fast 500 Fälle auf Intensivstationen. Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger bitten uns händeringend, mehr zu tun.
oe24.TV: Was ist Ihr konkretes Ziel, damit man den Lockdown beenden kann?
Anschober: Bei den Intensivstationen unter 200 – jetzt sind es 487. Wir wollen deutlich unter 100 bei der 7-Tages-Inzidenz.
oe24.TV: Sie wissen wo die Todeszahlen herkommen. Die kommen zu 50% aus Pflegeheimen. Warum bitte sind sie als Minister nicht in der Lage. Ordnung in diesen Saustall zu bringen?
Anschober: Ich würde es so nicht formulieren, im Gegenteil: Die MitarbeiterInnen die bemühen sich extrem. Aber: Über einem Heim ist ja kein Glassturz. Gibt es in der Umgebung Corona-Fälle, kommen die auch in die Einrichtung.
oe24.TV: Warum testet das Heer nicht vor den Pflegeheimen alle durch?
Anschober: Das kann nicht das Heer machen – aber wir stellen Mitarbeiter ein, die das tun.
oe24.TV: Zum Lockdown. Was ist denn der Gedanke bitte, dass 24. und 25. sich 10 Menschen aus 10 Familien treffen können? Das ist ja Virus Spreading Deluxe.
Anschober: Nein überhaupt nicht. Die Realität unserer Lebenssituation ist einfach so. Stellen Sie sich eine Familie mit drei Kindern vor, die haben Enkerl – da kommt man sehr schnell auf diese Personenzahl. Meine Bitte ist: Lassen Sie sich vorher testen! Auch wenn eine Testung nur eine Momentaufnahme ist. Selbst wenn man Eltern Herzen, Drücken, Umarmen möchte – bitte auf den Mindestabstand schauen.
oe24.TV: Und ab 26. gelten harte Regeln. Darf man andere Familien besuchen?
Anschober: Als Einzelperson darf man das schon. Eine Einzelperson, die zum Beispiel einen Haushalt besucht – das geht.
oe24.TV: Ist es sicher, dass der Lockdown am 18. Jänner enden wird?
Anschober: Wir haben in der Regierung fix und definitiv beschlossen, dass das Ablaufdatum für diesen Lockdown sein soll. Zuvor werden wir mit den Massentestungen in die Breite gehen – zwei Millionen haben beim ersten Mal mitgemacht – ich hoffe, dass es dann viel mehr werden.
oe24.TV: Geplant ist, das ganze Land zu öffnen?
Anschober: Es wird am Beginn wohl keine Abendveranstaltungen geben, keine Abendgastronomie. Aber wir werden Schrittweise versuchen zu öffnen. Weil Österreich Entbehrungen gehabt hat – das kann man nicht leicht auf Dauer durchhalten.
Oe24.TV: Will sich da wer einen Jux machen? Welcher Gastwirt soll das sinnvoll betreiben, wenn er um 20 Uhr zusperren muss?
Anschober: Keiner macht sich einen Jux, das ist Beschluss der Regierung. Es ist doch völlig klar, dass man nicht gleich von 0 auf 100 gehen kann.
oe24.TV: Und zuvor soll Österreich in drei Tagen durchgetestet werden?
Anschober: Das ist der Plan, dass jene eine Privilegierung erfahren, die sich testen lassen. Ich höre von Kulturveranstaltern, dass sie selbst testen wollen.
oe24.TV: Wenn ich regelmäßig Gastwirte besuchen will, dann muss ich alle 2 Wochen testen gehen.
Anschober: Wir werden da noch über die Zeiträume diskutieren – ich weiß schon dass man sich nicht vor jedem Gasthausbesucht testen lassen kann.