"Geldgierig"

Auszüge aus dem "Geheimdienstakt" Zilk

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Auszüge über Aufzeichnungen zu angeblichen Geheimtreffen Helmut Zilks in den Jahren 1965-68 in deutscher Übersetzung.

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Dieser Akt bewegt ganz Österreich! Der tschechische Journalist Jiri Stastny veröffentlichte die hochbrisanten Geheimdienstpapiere rund um den inzwischen verstorbenen Wiener Ex-Bürgermeister (SPÖ) und ORF-Intendanten Helmut Zilk. Demnach soll Zilk zwischen den Jahren 1965 und 1968 unter dem Decknamen "Holec" Informant des tschechischen Geheimdienstes gewesen sein - zahlreiche Protokolle, Quittungen und detaillierte Gesprächsaufzeichnungen sollen das belegen.

Geldgieriger Mann
Zilk wird in diesen Dokumenten als geldgieriger Mann beschrieben: "Geld war wohl seine größte Motivation. Er bekam immer die gleiche Summe von 5.000 Schilling.", heißt es in einem Akt. Insgesamt erhielt Zilk (laut den Aufzeichnungen) in den Jahren 1965-1968 55.000 Schilling und einige wertvolle Geschenke.

Fühlte sich beobachtet
Der Akt belegt, dass Zilk "nichts gegen handgeschliffenes Bohemia-Glas und pompöse Luster und Lampen" hatte. Bei den Agenten-Treffen, die bei ihm in der Wohnung in Wien oder aber im Alcron Hotel in Prag stattfanden, fühlte sich Zilk stets unwohl und beobachtet. Er wird fast als paranoid bezeichnet.

Verschwundene Akte suchen
Es sieht so aus, als hätte sich Zilk dagegen in Wien in einer Art Sicherheit gewiegt. Ihm war nicht klar, dass er selbst von der STP beschattet wurde. Alle Gespräche wurden von der Geheimpolizei notiert. Diese betreffenden Akten sind nun verschwunden. In den Neunzigern hat sie jemand im Staatsarchiv ausgehoben. Wer das war, und wo die Unterlagen abgeblieben sind, lässt ÖVP-Innenministerin Maria Fekter untersuchen.

Gleich das erste der tschechischen Dokumente beweist Zilks Arbeit bei DS (Detektivna Sluzba/ Detektiv Dienst) als Spion. Wohl glaubten die Tschechen, dass ihnen die Politiker in Österreich gefährlich werden könnten. Zilk nahmen sie deswegen so herzlich auf, weil er marxistischer Überzeugung war und zu österreichischen Politikern einen guten Draht hatte.

Am 20.12.1965 konnte er zur Zusammenarbeit bewegt werden. Dieses Dokument stellt die Einwilligung dar, unter dem Decknamen "Holec" als Spion zu arbeiten.

Seine Arbeit endete 1968.