Ziel war Kreta

Bundesheer bestätigt Überflug von US-Militärjets

03.04.2026

Obwohl Österreich den USA die Nutzung des Luftraums für Iran-Kriegseinsätze verweigert, gibt es dennoch Überflüge von US-Militärjets über Österreich.

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© Wikipedia/US Air Force photo by SRA Andrew Garavito
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Das bestätigte das Bundesheer am Freitag nach entsprechenden Medienberichten gegenüber der APA. Für zwei US-Flugzeuge, die aus Großbritannien nach Kreta flogen, wurde in Abstimmung mit dem Außenministerium der Überflug genehmigt. 

Das Luftfahrmagazin "Austrian Wings" berichtete online, dass am Donnerstag eine Maschine für "elektronische Kriegsführung" der US-Streitkräfte Österreich überflogen hatte. Das zweistrahlige Flugzeug Gulfstream EA-37B Compass Call II hob demnach vom britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall ab. Es überquerte die Alpen und verließ den österreichischen Luftraum rund sechs bis sieben Minuten später wieder. Ziel war Chania auf Kreta, das Teil der Souda Air Base, eines großen NATO-Stützpunktes auf der griechischen Insel, ist. Militärspotter verwiesen noch auf ein weiteres Flugzeug.

"Konformer Überflug"

"Für die Flugzeuge wurde ein Überflug beantragt. In Abstimmung mit dem Außenministerium wurde der Überflug genehmigt", bestätigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zielflughafen sei auf griechischem Hoheitsgebiet gewesen. "Griechenland ist nicht im Konflikt involviert. Jedoch musste die Aufklärungssensorik über Österreich abgeschaltet werden. Dies wurde eingehalten." Somit sei es ein "konformer Überflug", erklärte der Sprecher.

Das Verteidigungsministerium hatte am Donnerstag bekannt gegeben, den USA die Nutzung des Luftraums für Iran-Kriegseinsätze verweigert zu haben. Grund dafür sei das heimische Neutralitätsgesetz. Zur Anzahl der Anfragen machte eine Ministeriumssprecherin keine Angaben - nur dass es "einige" gewesen seien, sagte sie.

Jede ausländische Truppenbewegung über österreichischen Luftraum oder Boden muss in Österreich angemeldet werden. Jeder Antrag werde einzeln überprüft, sagte der Sprecher. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 5.000 Überflüge ausländischer Militärluftfahrzeuge über österreichischem Staatsgebiet registriert. 36 Mal wurden Überflugversuche ausländischer Militärs abgewiesen, bevor die Maschinen österreichischen Luftraum erreichen konnten. 19 Mal mussten Kampfjets aufsteigen, um Luftraumverletzungen zu prüfen oder zu verhindern, berichtete die "Presse".

Hergovich will Verbot aller US-Überflüge

SPÖ-NÖ-Vorsitzender Sven Hergovich kritisierte diese Praxis. "Die Neutralität gilt absolut. Es darf in der aktuellen Kriegssituation gar keine Überflüge des US-Militärs geben. Ausnahmslos alle Flüge müssen verweigert werden", betonte Hergovich am Freitag in einer Aussendung. Dasselbe gelte auch für Transporte am Boden.

Vizekanzler Andreas Babler‬ (SPÖ) hatte auf der Online-Plattform Bluesky am Donnerstag erklärt: "Selbstverständlich" müsse Österreich den USA den Luftraum für Militärflüge verweigern. Und unter Anspielung auf den Krieg der USA und Israels gegen den Iran betonte er: "Wir wollen mit Trumps Politik des Chaos und seinem Krieg, der uns die nächste Energiekrise beschert, nichts zu tun haben. Die Neutralität ist ein hohes Gut in unserem Land. Nein zum Krieg."